02.06.11

Keep it real

Heut morgen beim Frühstück mit der Liebsten:
"...ach und am ersten Juli wird unser neues Firmangebäude eingeweiht und alle sind eingeladen mit ihren Familien. Gibt Kuchen. Und es wird gegrillt. Da kommst du auch, oder?"
"Klar komm ich."
"Schön! Dann kannste dir mal gleich mein neues Büro anschauen."
"Gerne. Was soll ich denn da anziehen?"
"Hö? Wie jetzt?"
"W-a-s - s-o-l-l - i-c-h - d-a - a-n-z-i-e-h-e-n - ?"
"Öhm... naja. Ich hab meinen Arbeitskollegen immer erzählt das du Ärztin bist... und Metzgerstochter! Zieh dir also bitte einen Arztkittel an und häng dir eine Fleischwurst um den Hals damit meine Geschichte glaubwürdiger klingt."
:-)

True story!

24.05.11

Vorsicht Stufe

"Welche Stufe?", fragte sich Kevin und sah sich um. "Etwa die da? Die kleine Stufe da?!?" Vor ihm war eine kleine Stufe, vielleicht vier Zentimeter hoch. Daneben, an der Wand, hing ein riesiges Schild auf dem in großen Buchstaben "VORSICHT STUFE!" stand.

Kevin lachte. Kopfschüttelnd dachte er: "Für so eine kleine Stufe machen die hier so ein großes Schild hin. Verrückt!" Dann hopste er demonstrativ die Stufe hoch. "So. Nix passiert. Gut das das Schild mich gewarnt hat, haha.", dachte er sich und ging weiter.

Kevin kam keine drei Schritte weit, da sprang ihn die Stufe von hinten an, brach ihm das Genick und fraß ihn auf.

30.03.11

Keine Zeit

Tut mir Leid. Is so.

21.02.11

Weitergehen!

(vom 07.05.2008)

"Hey, sie da", rief der Polizist, "ja, genau sie!" Ich sah mich um. Ausser mir war niemand in der Nähe. "Wer? Ich?", fragte ich trotzdem. "Ja, genau sie meine ich", bestätigte er, "gehen sie bitte weiter. Es gibt hier nichts zu sehen." Eigentlich hatte ich ja gar nicht vor stehen zu bleiben, denn eigentlich hatte ich den Polizisten ja nicht mal gesehen bis er mich gerufen hat. "Sie sind ja immer noch hier", brüllte er.

Ich ging zögerlich weiter, sah dabei aber die ganze Zeit in seine Richtung und fragte mich was er wohl zu verbergen hatte. Denn eigentlich war tatsächlich nichts zu sehen. Kein Unfall, keine Kreideumrisse auf dem Boden, kein Blut. Nichts. "Entschuldigen sie", fragte ich ihn aus der Ferne, "was genau soll ich denn bitte nicht sehen dürfen?" Der Polizist wirkte genervt. "Das geht sie gar nichts an", raunzte er, "Weitergehen! Weitergehen!"

So ging ich also weiter und dachte mir noch ich müsste unbedingt morgen mal in die Zeitung schauen ob dort über den Vorfall berichtet würde. Und so war es dann auch. Am nächsten Tag stand auf dem Titelblatt in riesigen Buchstaben: "Nichts zu sehen, weil nichts passiert. Fussgänger gingen weiter." Und stolz dachte ich noch für mich selbst: "Und ich war dabei!"

14.02.11

Der mit dem Schwan tanzt

Kennen Sie diese Deppen, diese total Vollidioten, die sich von Kinofilmen immer viel zu sehr beeinflussen lassen und dann nach dem Film total durchdrehen? Ich bin so einer.

Ich weiß nicht woran es liegt, aber wenn ich ins Kino gehe dann hört der Film für mich noch lange nicht auf nur weil irgendwann der Abspann kommt. Vielleicht liegt es daran das die Leinwand so groß ist - denn wenn ich zu Hause auf dem Sofa Filme schaue passiert mir das (meist) nicht - aber wenn ich im Kino einen Film schaue, dann bin ich voll dabei und mittendrin und nach dem Film so dermaßen aufgeputscht, dass ich den Film noch ein paar Stunden weiterlebe. Meist bin ich dann überzeugt ich sei der Held des Filmes und verhalte mich dementsprechend.

Als ich zum Beispiel damals Gone in 60 Seconds gesehen hatte, da konnte ich einfach nicht anders und habe mehrere Luxusautos geknackt bevor der Film mich losgelassen hat. Oder als ich aus Matrix kam: da hab ich die Leute in der Fußgängerzone in Zeitlupe verkloppt. Naja, zumindest habe ich es versucht. Wenn der Gegner sich nämlich nicht in Zeitlupe sondern in Echtzeit wehrt ist verkloppen schwierig. Aber egal, Sie verstehen was ich meine, oder? Nach dem Kino bin ich immer so aufgekratzt das ich einfach nicht anders kann.

Gestern war ich Kino. Die Liebste hat mich überredet mit ihr Black Swan zu schauen. Erst wollte ich nicht so recht weil ich dachte "Ballet? Bäh!", aber dann hat sich der Film doch unerwarteterweise als großartig herausgestellt. Und spätestens als Natalie Portman kurz vor Schluss den perfekten schwarzen Schwan tanzte war es um mich geschehen. Der Zauber hatte mich erneut gepackt und in diesem Moment WAR ich ein Ballettänzer.

Nach dem Film musste ich pinkeln. Sie müssen wissen ich habe sehr kurze Beine und das Pissoir hing in diesem Kinoklo recht hoch, also stellte ich mich auf die Zehenspitzen. Und dann ging es los. Ich vergaß micht und begann... zu tanzen. Auf den Zehenspitzen drehe ich Pirouetten. Zwei. Drei. Vier! Später tat es mir ein wenig Leid für die arme Putzfrau die das ganze wieder säubern müsse aber in jenem Moment war ich gefangen im Tanze.

Dann schwebte ich die Musik von Schwanensee summend elegant tänzelnd über den Flur und machte sogar ein paar schwierige Sprünge im Foyer (ohne auch nur einmal die Balance zu verlieren!). Schließlich tanzte ich aber nach draußen und fort in die Nacht und rief dabei "Ich bin ein Schwan, ich bin ein Schwan!", während die Liebste mir wie so oft nur noch kopfschüttelnd hinterher schauen konnte.

03.02.11

Was mir gerade einfällt...

Neulich, so vor ca. 17 Jahren, da steh ich nach der Schule mit den anderen Kidz an der Haltestelle und warte auf den Bus. Plötzlich kommt ein Mann, der so geschätzte hundert Jahre alt war, auf seinen Stock gestützt langsam angeschlichen und spricht uns an.

"Tschuldigung", sagt der Opa, "könnt ihr mir sagen wie ich am besten nach Bla und Blupp komme? (Ort wegen starker Erinnerungslücken vom Author geändert)?" Und ich denke kurz nach und sage: "Bla und Blupp? Da sind Sie hier aber total falsch. Wenn ich nach Bla und Blupp wollte, dann würde ich die U-Bahn nehmen."
"Wie bitte?", fragt er.
"Sie müssen die U-Bahn nehmen", sag ich etwas lauter weil ich dachte er hatte es akustisch nicht verstanden.
"Die was?!?", fragt er.
"DIE U-BAHN!", brüll ich jetzt schon fast und die anderen Kidz fangen an zu giggeln.
"Was soll das denn sein?", fragt der Opa sichtlich verwirrt.
"Na die U-Bahn. Die ist wie die Straßenbahn. Nur unter der Erde."
"Unter der Erde?"
"Ja. Unter der Erde. Auf Schienen und so. Kennen Sie nicht die U-Bahn?"

Dann wird er still und starrt mich lange und durchdringlich mit einem bösen Blick an bis ich mich richtig unwohl fühle. Dann schimpft er plötzlich mit uns Kidz und sagt: "Ihr frechen Bengel. Keinen Respekt vor dem Alter habt ihr! Ich habe ganz höflich eine Frage gestellt und ihr glaubt mich hier veräppeln zu müssen. Schämt euch!"

Dann kraucht er langsam auf seinen Stock gestützt davon und grummelt dabei so Dinge wie: "Züge unter der Erde! Hah! Ich glaub's ja wohl", während wir Kidz uns verdutzt gegenseitig anschauen und die Welt nicht mehr begreifen.

True story.

20.01.11

Das geheime Geheimnis

(vom 06.05.2008)

Der Anfang schrieb sich noch wie von selbst und kaum hatte man die Überschrift hinter sich gebracht, war man auch schon mitten im Text versunken wie ein Elefant im Treibsand. Genau so hatte es der Author geplant. Die Leser waren zwischen den Zeilen gefangen und würden nicht aufhören zu lesen bis das Geheimnis gelüftet würde.

Moment mal... Geheimnis? Welches Geheimnis? Sie wussten gar nicht davon, denn der Author hatte bisher gar kein Geheimnis erwähnt. Aber es gibt eins. Und jetzt da die Leser doch davon erfahren haben stellt sich denen natürlich die Frage was es mit dem Geheimnis auf sich hat.

Mit Geheimnissen ist das so eine Sache. Wenn man weiss das es ein Geheimnis gibt, dann will man auch wissen was es ist. Da ist die Neugier einfach zu groß. Und wenn jemand sagt er kenne ein Geheimnis, dann brennt er nur so darauf es hinauszuposaunen, denn sonst hätte er es gar nicht erwähnt. Das läuft dann nach dem Schema Okay-ich-erzähle-es-dir-aber-du-darfst-es-niemandem-sagen ab bis alle bescheid wissen.

Manche Geheimnisse sind anderer Natur, wie zum Beispiel die Frage wer der Mörder in einem Krimi ist. Das weiss am Anfang meistens keiner, aber jeder will es wissen, denn immerhin liegt da eine Leiche und die beginnt bereits übel zu riechen. Der Mörder selber weiss natürlich das er der Mörder ist, sagt es aber keinem, selbst nicht nach dem Okay-ich-erzähle-es-dir-aber-du-darfst-es-niemandem-sagen-Prinzip. Typische Mörder erzählen immer erst ihre Geheimnisse, wenn die bereits längst von der Polizei erraten wurden, anders als zum Beispiel die Endgegner von James Bond, die ihre geheimen Pläne immer schon dann erzählen wenn sie sich siegessicher glauben (aber immerhin noch rechtzeitig genug damit jene Pläne vereitelt werden können).

Was die Leser aber immernoch interessierte war das Geheimnis dieses Textes. Die Leser sind nicht dumm. Sie hatten bereits gemerkt, dass der Author nur ausschweifte um von eigentlichen Geheimnis abzulenken. Dem Author konnte man sowieso nur bedingt trauen. Wer weiss ob es am Ende tatsächlich ein Geheimnis geben würde? Ungewöhnlich wäre das ja nicht bei diesem Typ wenn die Pointe ist, dass es gar keine Pointe gibt.

Doch der Author hatte ein Geheimnis und er lüftete es auch. Vielleicht waren die ganz cleveren Leser schon längst von selbst dahinter gekommen noch bevor es enthüllt wurde. Eigentlich war es ein enttäuschendes Geheimnis. So banal, so unerotisch. Das Geheimnis war, dass der Author heute vollkommen ideenlos war und keine Inspiration, kein Thema, keine Melodie für diesen Text finden konnte und einfach begann drauf los zu schreiben damit am Ende trotzdem ein Text dort stünde. Jetzt war es raus und tatsächlich stand dort ein Text und die Mittagspause war rum.

Aber sagen Sie das niemandem weiter!