"Gibt es denn keine anderen Heilmethoden?", frage ich den Arzt. Der Doktor legt mir sanft die Hand aufs Knie und versucht mich zu beruhigen. "Ach, kommen Sie", sagt er, "es ist doch nur ein kleiner Pieks und dann ist alles vorbei." Dann hält er mir seine mördermäßig große Spritze vor die Nase und drückt vorsichtig am Kolben bis oben ein paar Tröpfchen herausspritzen. Ich werde blass.
"Nein, wirklich, Herr Doktor. Ich bin überhaupt kein Freund von Spritzen", erkläre ich. "Es heißt zwar immer 'tut gar nicht weh' aber das ist die größte Lüge der Welt. Und dann, am Ende tut es doch weh! Hab ich alles schon erlebt. Und deshalb BESTEHE ich auf eine andere Behandlung."
Enttäuscht lässt der Arzt die Nadel sinken. Seit ich das Untersuchungszimmer betreten hatte, hat er sich darauf gefreut gehabt mir das Teil zu verpassen. Und jetzt habe ich ihm den ganzen Spaß verdorben. "Och menno!", sagt er.
"Hören Sie", sage ich, "wenn es auch nur die geringste Möglichkeit gibt mich ohne Spritzen zu heilen dann will ich die spritzenlose Behandlung. Also denken Sie scharf nach. Was können Sie tun. Irgendetwas alternatives vielleicht? Homoparty Homöopathie oder so?" Der Doc beginnt zu grübeln. "Eine Möglichkeit gibt es", sagt er. "Akupunktur!"
"Akupunktur?!?", frage ich entsetzt. "Ja, Akupunktur", entgegnet der Doktor fröhlich. "Das ist ziemlich alternativ. Und die Chinesen erziehlen damit seit tausenden von Jahren wunderbare Resultate!" Verzweifelt schüttle ich den Kopf. "Ja, aber bedeutet das nicht, dass sie mir statt einer fetten Spritze viele kleine Nadeln verpassen wollen?" Der Arzt denkt kurz nach. "Genau!", sagt er und grinst fröhlich.
"Nein, nein, nein, nein, nein", entgegne ich kopfschüttelnd und erkläre "Sie haben mich wohl falsch verstanden. Ich möchte nicht nur keine Spritzen, sondern überhaupt keinerlei Nadeln in meinem Körper gepiekst bekommen. Null. Nada. Niente. Kriegen Sie das hin? Es muss doch eine Möglichkeit geben - noch viel alternativer als Akupunktur. Denken sie nach, man. Denken sie nach!"
Und jetzt denkt der Doc wirklich scharf nach. Er denkt und denkt und denkt und bekommt schon einen ganz roten Kopf vom denken. Die Adern an seinem Hals und auf seiner Stirn treten vom vielen angestrengten Nachdenken hervor und er macht ein Gesicht wie jemand mit Verstopfung beim Kacken. Ich bin beeindruckt das er es schafft SO hart nachzudenken, mache mir nach kurzer Zeit allerdings Sorgen ob das so gut für seine Gesundheit ist. Dann platzt es aus ihm heraus...
"AHA!", ruft er, "ich weiß wie wir Sie heilen können!" Ich springe auf, und greife den Arzt und beginne ihn zu schütteln als würde dann die Lösung aus ihm herausfallen. "Wie?", brülle ich ihn an, "WIE, VERDAMMT, WIE?!?" Dann kommt es zu einem kurzen Moment peinlicher Stille und wir beide begreifen das wir wohl gerade etwas übertreiben. Als wir uns wieder beruhigt haben sagt er: "Voodoo."
"Voodoo?", frage ich. "Ja, Voodoo", sagt der Doktor. "Wir machen einfach eine Voodoopuppe von ihnen und die kann ich dann akupuktieren. So werden keine Nadeln in ihren Körper gepiekst sondern nur in die Puppe und alles ist gut. Und glauben sie mir: alternativer gehts nicht."
"So machen wir es!", stimme ich fröhlich zu und frage mich ob das wohl die Krankenkasse bezahlen wird.
16.11.10
Alternative Heilmethoden
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
13:11
11
mal feedback bekommen
Rubrik: Geschichten, Gesundheit, Seltsam
03.09.10
Das Schlimmste
"Whaaaah!", sagt die Liebste.
"Wat is los?", frag ich.
"Bin so aufgeregt!"
"Wieso?"
"Wegen Mittwoch!"
"Mittwoch?!? Wat is denn Mittwoch?"
"Vorstellungsgespräch!"
"Vorstellungsgespräch?"
"Ja!"
"Ja?"
"Whaaaaaah!"
"Okay, okay. Aber warum bist du so denn aufgeregt? Vorstellungsgespräch is doch super. Und gleich zwei Tage nach Abschicken der ersten Bewerbung eingeladen werden ist sogar phänomenal!"
"Ja. Weiß auch nicht. Bin nervös. Will das das gut läuft."
"Ach ganz bestimmt läuft das gut. Den Job hast du schon in der Tasche."
"Meinste?"
"Ja sicher! Wieso denn nicht?"
"Weiß nicht."
"Siehste! Sei mal entspannt! Was ist das Schlimmste was passieren könnte?"
"Das die mich nicht nehmen."
"FALSCH!"
"Falsch?"
"Ja, falsch! Das Schlimmste was wirklich passieren könnte ist nämlich, dass die Leute bei denen du dich vorstellst sich als pädophile, religiös fundamentalistische, RTL2-schauende Nazi-Kannibalen herausstellen, die dich bei lebendigem Leib von den Füßen an auffressen wollen."
"Öhm..."
"Und eigentlich kannst du dich GLÜCKLICH schätzen wenn du den Job nicht bekommst."
"Ach ja?"
"Ja! Wenn die dich tatsächlich nicht nehmen sollten sei fröhlich und sag dir einfach: 'Puh, Glück gehabt. Ich lebe und habe noch beide Beine. Die haben nicht mal an mir geknabbert!' Ich wette das hilft."
"Mhhhh, ich glaube du hast Recht."
"Hatte ich jemals nicht Recht?"
"Nein, du hast immer Recht. Danke für den Tipp. Jetzt geht's mir besser."
"Kein Problem. Immer wieder gerne."
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
09:04
10
mal feedback bekommen
Rubrik: Arbeit, Gesundheit, Meine Liebste, Private Parts, Seltsam
18.05.10
Wach - und zwar richtig!
Mein Leben lang hatte ich Probleme damit morgens in der Früh so richtig wach zu werden. Ein wenig wach wurde ich zwar immer, aber oft reichte das nur um bis ins Bad zu kommen wo ich dann beim morgendlichen pinkeln wieder eingeschlafen bin. (Das ist übrigens ein guter Grund sich anzugewöhnen im Sitzen zu pinkeln - was ich allerdings bis heute nicht getan habe.)
Das ich morgens nicht richtig wach wurde war lange Zeit ein großes Problem für mich. Sie glauben ja gar nicht wie viele Jahre Schule ich verschlafen habe wegen dieser Sache. Obwohl... wenn Sie all die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler in meinen Texte zählen, dann glauben Sie es vielleicht ja doch.
Jedenfalls hatte ich irgendwann die Schnauze voll und habe mich an einen Experten gewendet: meinen Bruder! Der hat das mit dem Aufstehen nämlich voll raus. Den können Sie zu jeder Tag- und Nachtzeit wecken und er ist sofort voll da. Manchmal frage ich mich ob er überhaupt schläft, so aufgeweckt wie der immer ist. Ein wenig unheimlich finde ich das schon.
Auf jeden Fall habe ich ihn gefragt: "Basti", ich nannte ihn so weil das sein Name ist, "Basti, wie machst du das? Wie schaffst du es morgens wach zu werden? Was ist dein Geheimnis?" Und er sagte mir: "Kaffee!" Und ich: "Kaffee?" Und er: "Ja, Kaffee. Mit Kaffee wird jeder wach."
Und das war der beste Tipp, der mir in meinem ganzen Leben gegeben wurde. Von da an ging ich nach dem Aufstehen nicht mehr ins Bad um dort wieder einzuschlafen, sondern direkt in die Küche wo ich mir jetzt jeden Morgen eine heiße Kanne Kaffe über den Kopf schütte. Es ist zwar eine sehr schmerzhafte Angelegenheit, aber danach ist man wach - und zwar richtig1 Das können Sie mir glauben.
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
12:54
10
mal feedback bekommen
Rubrik: Familie, Gesundheit, Seltsam
27.04.10
Wie Kate Moss
Okay, die Sache mit dem Salat hat nicht so ganz geklappt wie ich mir das vorgestellt hatte und nun bin ich fetter denn je. Aber das ist gar nicht schlimm weil mir gestern nämlich eine neue Superdiät eingefallen ist von der Frauenzeitschriften nur träumen können.
Die Diät ist so super, weil man etwas essen darf das total lecker ist und davon dann auch noch so viel wie man will! Ein Traum wird wahr! Jetzt sind Sie natürlich neugierig geworden und fragen sich: "Was? Was kann das nur sein? Was schmeckt superlecker und macht dann auch noch dünn? Gibt es ein solches Wundernahrungsmittel überhaupt?" Die Antwort ist: ja, das gibt es. Und so nenne ich meine neue selbsterfundene Superdiät die "Luftschokoladendiät"!
Wie Sie sicherlich wissen enthält Luftschokolade nur zwei Zutaten: Luft und Schokolade. Die Schokolade ist dabei prinzipiell nur für den Geschmack zuständig, denn Luft schmeckt nach nix. Die Luft allerdings ist für's Abnehmen zuständig. Luft hat nämlich null Kalorien! Sie haben richtig gelesen. Null! Das ist weniger als in TicTac (um genau zu sein zwei weniger). Und weil die ganze Luft null Kalorien hat kann man von der Luftschokolade so viel essen wie man will - und nimmt logischerweise dabei sogar ab weil man dem Körper ja keine Energie zuführt! Das da vor mir noch keiner drauf gekommen ist, ist schon ein Ding.
Ich esse jetzt jedenfalls nur noch Luftschokolade und habe heute bereits fünf Tafeln verdrückt. Und ich glaube ganz fest es wirkt. Natürlich kann man noch keinen Unterschied feststellen - ist ja erst mein erster Diät-Tag - aber ich wette in kürzester Zeit wird man mir die Veränderung ansehen. Ich muss nur aufpassen das ich es nicht übertreibe und vielleicht mal zwischendurch was Süßes oder Fettiges essen, sonst sehe ich am Ende noch aus wie Kate Moss. Und wer will das schon?
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
12:40
5
mal feedback bekommen
Rubrik: Abnehmen, Gesundheit, Lecker, Seltsam
15.02.10
Die besten Freunde der Welt
Meine Freunde sind echt die besten! So tolle Freunde wie ich haben Sie, lieber Leser, ganz bestimmt nicht.
Jetzt haben die auf einer Reise ein Spiel entdeckt, welches so neu ist, dass es hier zu Lande noch gar keiner kennt. Ja, sooo neu ist das! Aber dort wo es herkommt, nämlich in Kambotschenien, da spielen das alle weil es so beliebt ist. Ein großer Spaß für jung und alt!
Und weil das Spiel so toll ist wollen meine Freunde das am Wochenende auch mit mir mal spielen. Ich bin schon ganz aufgeregt. Das wird suuuper - ich spür das! Es ist wohl eine Art Glückspiel und ich liebe doch Glückspiele!
Meine Freunde sagen das Spiel heißt "kambotschenisches Glücksrad" und ist quasi genau das gleiche wie russisches Roulette nur halt ganz anders. Jetzt kenne ich mich leider mit russischem Roulette überhaupt nicht aus, aber mir wurde erklärt kambotschenisches Glücksrad wäre genau umgekehrt und es gibt da nur eine leere Kammer und nicht fünf. Keine Ahnung was damit gemeint ist, aber ich glaube man muss sich in den Kammern verstecken oder so und das geht halt nicht wenn die voll sind. Wie gesagt, mit russischem Roulette kenne ich mich überhaupt nicht aus. Aber man kann ja alles lernen. Meine Freunde sagen am besten lernt man das Spiel indem man es einfach spielt.
Und jetzt kommt der Knaller: ich darf sogar anfangen! Ja, Sie lesen richtig, ich darf zuerst spielen! Na, ist das mal geil oder was? So tolle Freunde muss man erstmal haben. Und es kommt noch besser: wenn ich es beim ersten Versuch nicht schaffe darf ich sogar noch ein zweites Mal!
Ach, ich bin so glücklich. Ich habe die besten Freunde der Welt!
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
12:33
14
mal feedback bekommen
Rubrik: Freunde, Geschichten, Gesundheit, Reisen, Seltsam, Spiele
13.10.09
Voll krank
Stellen Sie sich einen langen Tisch vor. An jenem Tisch sitzen ein paar Leute die etwa dreissig Jahre älter sind als Sie. Außerdem noch dabei: ein paar Leute, die sogar fünfzig Jahre älter sind als Sie! Wenn Sie Glück haben auch ein paar Leute die in etwa Ihr alter haben. Und manchmal - aber das ist optional - auch ein paar Kinder.
Von den ganzen Leuten am Tisch sehen Sie die meisten vielleicht einmal im Jahr - nämlich dann wenn alle zusammenkommen um sich an den Tisch zu setzen. Bei einigen sind Sie nicht mal sicher wieso die da mit am Tisch sitzen und bei anderen sind Sie nicht mal sicher wie genau die heißen.
Sowas nennt man Familientreffen. Zumindest wenn man ich ist.
Das tolle an Familientreffen ist, daß egal was der Anlass ist - ob Geburtstag, ob Hochzeit, ob Taufe, ob Ostern oder Weihnachten oder was auch immer Familien dazu bringt sich an den langen Tisch zu setzen - es gibt nur ein Gesprächsthema: Leiden.
Irgendwer fängt an mit dem Spruch "Ich hab Rücken, seit zwei Wochen sogar mehr als sonst. Oh mein Gott tut das weh!" Das ist dann quasi der Anstoss. Von jenem Moment an beginnt ein Wettstreit um das schlimmste Leid. Der Witz ist, dass dabei nicht darauf eingegangen wird was dem Einzelnen fehlt, sondern jeder nur darauf wartet sein eigenes Leid zu klagen und hoffentlich alle anderen damit zu übertrumpfen. In diesem Spiel sind gerade die Älteren nur sehr schwierig zu schlagen.
"Du hast Rücken? Ja, das ist wahrlich schlimm. Ich hatte auch mal Rücken, aber weiß du was wirklich schlimm ist: Wurzelbehandlung! Ich hatte nämlich letzte Woche eine und nächste Woche wieder."
"Wie Wurzelbehandlung? Du hast doch gar keine echten Zähne mehr!"
"Zähne vielleicht nicht, aber Wurzeln!"
"Wurzelbehandlung ist wirklich kein Spaß, aber das sind Schmerzen die vorbei gehen. Seht mich an - ich hab Zucker! Das werd' ich nie wieder los."
"Da hat er Recht."
"Zucker?!? Zucker ist doch ein Witz! Mit Zucker würde ich singen und tanzen, hüpfen und springen. Aber das kann ich ja nicht mehr, wegen dem Raucherbein das sie mir letzten Monat abgenommen haben."
"Raucherbein? Schlimm ja gewiss, aber darf ich euch dran erinnern das ich AIDS habe. Ein Wunder das ich noch mit euch hier sitzen kann!"
"AIDS?!? AIDS ist doch voll retro. Krebs, das ist das einzig wahre! Krebs musst du haben so wie ich. Ich wette ich geh sogar eher drauf als du mit deinem AIDS."
"Krebs, AIDS, hah! Das ist doch Kinderkram. Ihr lebt doch alle noch! Mein Mann Egon, der ist schon dreissig Jahre tot. Und der hatte alles gehabt sogar die Pest!"
Tja, und so setzt sich das ganze dann fort. Man trinkt tapfer seinen Kaffee und mümmelt seinen Kuchen und lässt die Senioren drüber streiten wer toter ist. Und hinterher heißt es dann es war schön das man mal wieder da gewesen ist und warum man sich denn nicht öfter sehen ließe...
Vielleicht ist es ja weil man als gesunder Mensch nicht mitreden kann.
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
12:44
13
mal feedback bekommen
Rubrik: Familie, Gesundheit, Private Parts, Seltsam
08.10.09
Schneller als wie der Blitz
"Huch! Wie siehst du denn aus?"
"Gestern war Gewitter."
"Ja ich weiß. So krass wie gestern Nacht war's hier selten. Aber was hat das damit zu tun warum du so aussiehst?"
"Ich musste da durch!"
"Echt?"
"Ja. Ohne Auto. Zu Fuss. Kein Schirm."
"Meine Fresse! Da haste aber ganz schön was mitgemacht, was?"
"Ja. Bin vier mal dem Blitz ausgewichen. Knappe Sache."
"Hui. Und warum siehst du trotzdem so verkohlt aus?"
"Der fünfte Blitz hat getroffen."
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
14:05
7
mal feedback bekommen
Rubrik: Geschichten, Gesundheit
05.10.09
Ist es besser wenn man dabei stirbt?
Dominik Brunner (das ist der Typ der sich tapfer hat totprügeln lassen um ein paar Kids zu beschützen) bekommt postum (also obwohl er tot ist) das Bundesverdienstkreuz verliehen. Na da wird er sich aber freuen.
Klar, der gute Mann hat sein Leben gegeben um andere zu schützen und damit die Ehrung sicherlich in höchstem Maße verdient. Nur stelle ich mir die Frage ob er auch eingeschritten wäre wenn er vorher gewusst hätte das er da nicht lebend raus kommt. Das mag feige klingen aber angesichts des sicheren Todes hätten sich ganz bestimmt die meisten Leute aus der Sache rausgehalten (haben die meisten ja auch gemacht ohne sicher zu wissen das dabei wer umkommt). Auch jene, die gerne mal laut Zivilcourage predigen sind nicht unbedingt bereit sich umbringen zu lassen. Verkloppt werden - okay, vielleicht - aber dabei gleich draufgehen muss ja nicht unbedingt sein.
Warum bekommt der also jetzt das Bundesverdienstkreuz? Weil er sich für Schwächere eingesetzt hat? Mag sein, aber ich wage zu behaupten das andere sich auch für Schwächere einsetzen und das nur keiner merkt weil solche Sachen meistens wohl ohne Todesfolge enden und daher nicht in den Medien breitgetreten werden. Kriegen also die tapferen unbekannten Retter ein Bundesverdienstkreuz? Wohl kaum. Die leben ja noch. Dann kann es ja auch nicht sooo gefährlich gewesen sein. Sonst wäre es ja im Fernsehn gewesen. Oder?
Und was wenn Dominik Brunner überlebt hätte? Was wenn er sich für die Kids eingesetzt hätte ohne dabei einen Kratzer abzubekommen? Wäre das ein Bundesverdienstkreuz wert gewesen? Nein, das wäre nicht mal drei Zeilen in der Lokalzeitung wert gewesen.
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
12:26
11
mal feedback bekommen
Rubrik: Gesundheit, Kultur, nicht lustig, TV
21.09.09
Auf den Hund gekommen
Also, das war so: Bekannte von uns hatten einen Hund - einen Labrador. (Genau so einer läuft auch bei Lost auf der Insel rum - zumindest in den ersten Staffeln. Später nicht mehr so oft.) Und dieser Labrador war jedenfalls schon sehr alt und hatte ein glückliches und erfülltes Hundeleben und zeigte nun Schwächeerscheinungen und wurde krank. Also sind sie mit dem Hund zum Tierarzt und der hat gesagt man könne ihn sofort einschläfern oder sie könnten ihn wieder mit nach Hause nehmen wo er dann im Kreise der Familie sterben kann. Auf jeden Fall würde der Hund nicht mehr länger als fünf bis sechs Tage lang machen - so der Arzt.
Naja. Unsere Bekannten entschieden sich dafür den Hund nicht sofort einzuschläfern und nochmal mit nach Hause zu nehmen damit sich die Kinder von ihm verabschieden könnten. Also Hund ins Auto gepackt und ab nach Hause.
Unterwegs kam ihnen dann die gute Idee einen Fernseher zu kaufen - Sie wissen schon so eine große, flache, moderne Kiste mit HD und Zeug, wie sie jetzt alle haben. Mit der neuen Anschaffung, so der Plan, würde man die Kinder (und sich selbst) vom traurigen Ereignis des bevorstehenden Hundetodes ablenken. Also sind sie dann doch nicht direkt nach Hause, sondern eben vom Tierarzt aus nach MediaMarkt gefahren.
Dort angekommen haben sie den Hund an der Leine mit in den Laden genommen damit der nicht allein im Auto hocken muss (wo tierisch die Sonne drauf geballert hat - das ganze ist schon ein paar Wochen her als es noch richtig warm war). Und jetzt kommts: noch bevor sie in der Fernseh-Abteilung ankommen verstirbt der Hund - mitten im MediaMarkt! Natürlich sind alle geschockt, am meisten aber die anderen Kunden und die Verkäufer. Nun ist so ein Labrador ja nicht gerade klein. Die werden so richtig groß und wiegen - keine Ahnung - bestimmt an die fünfzig Kilo. Wie kriegt man also jetzt den toten Riesenhund möglichst unauffällig aus dem MediaMarkt. An der Leine rausschleifen war irgendwie keine Option.
Zum Glück kam schnell ein freundlicher MediaMarkt-Mitarbeiter mit einem leeren Karton von einem im Laden ausgestellten Flachfernseher an. Der hatte genau die richtige Größe. Also wurde der Hund in den Karton gepackt und unauffällig aus dem Laden getragen. Den Karton mit Hund haben unsere Bekannten dann draußen in den Kofferaum gepackt. Dann sind sie wieder rein in den MediaMarkt, denn einen Fernseher hatten sie ja noch gar nicht gekauft.
Mit Aussuchen des Geräts und Beratung und Verkaufsgespräch und allem Pipapo waren unsere Bekannten dann bestimmt nochmal ca. eine Stunde im Laden. Dann hatten sie aber ihr Wunschgerät und spazierten mit der Rechnung zum Auto um zur Warenausgabe (für große Geräte) zu fahren. Und dann der Schock: das Auto war aufgebrochen! Und nicht nur das. Der tote Hund wurde geklaut!
Die Diebe müssen wohl gesehen haben das da ein Karton vom neuesten Super-TV-Gerät unbeaufsichtigt im Auto stand. Und als die den Karton dann aus der aufgebrochenen Karre gehoben haben und dieser Karton wegen dem drinliegenden Hund auch noch das passende Gewicht hatte, haben die natürlich Gedacht da wäre tatsächlich der Fernseher zur Verpackung drin.
Wie gerne hätte ich erlebt was für'n Gesicht diese Ganoven wohl gemacht haben als sie zu Hause die Kiste öffneten. :-D
True story. Ohne Scheiß!
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
13:13
19
mal feedback bekommen
Rubrik: Geschichten, Gesundheit, Technik, Tiere, TV
15.09.09
Älter als die Sterne
Der alte Mann mit dem langen, weißen Bart saß krumm auf der Bank und beobachtete die Männer. Er war müde und schwach und hatte Mühe seinen Kopf aufrecht zu halten. Deshalb stüzte er sein Kinn auf seine Hände, die wiederrum seinen Gehstock hielten. Hin und wieder schlief er kurz ein und wurde dann von seinem eigenen Schnachen wach, aber außer ihm selbst schien das niemand zu bemerken.
Dann kam der kleine Junge. Ein neugieriger, frecher junger Hüpfer war er. Immer am rumzappeln, nie still. "Alter Mann, alter Mann!", rief er. Der alte Mann hob eine Augenbraue und seufzte. "Ja? Was willst du, Kleiner?" Der Junge kletterte geschwind auf die Bank, setzte sich gleich neben dem alten Mann auf die Lehne der selben und stellte die Füße auf die Sitzfläche. Dem alten Mann passte es überhaupt nicht das dieser Rabauke mit seinen dreckigen Schuhen die schöne saubere Sitzfläche beschmutzte, doch es war ihm viel zu anstrengend sich jetzt darüber aufzuregen. "Was machst du hier?", fragte der Junge.
"Ich sitze", sagte der alte Mann. "Du sitzt?!?", fragte der Junge. "Ja", sagte der alte Mann, "ich sitze. Und ich atme." Der Junge lachte. "Ja, alter Mann", sagte er, "Das kann ich riechen, hihihi." Der alte Mann lachte nicht. "Was machen denn die Männer da?", fragte der Junge und hüpfte von der Bank. "Sie schmücken den Festplatz und bereiten alles vor", erklärte der alte Mann. "Wofür denn alter Mann? Worfür?", fragte der Junge, "Was bereiten sie vor?" Der alte Mann starrte sturr geradeaus. "Für das Fest", sagte er fast geistesabwesend.
"Welches Fest? Welches Fest?", fragte der Junge und hüpfte dabei fröhlich im Kreise. "Bin ich auch eingeladen?" Der alte Mann seufzte. "Ja", sagte er niedergeschlagen. "Alle sind eingeladen. Alle die mich kennen und kommen wollen. Wer weiß ob es nicht vielleicht das letzte Mal ist das sie mich sehen? Sie wollen nämlich feiern das ich so alt bin." Der Junge bekam große Augen. "Eine Geburtstagsfeier? Ich liiiebe Geburtstagsfeiern!!!" Der alte Mann verzog keine Miene. "Ja", sagte er, "eine Geburtstagsfeier."
"Dann komm ich auf jeden Fall!", sagte der kleine Junge fröhlich. "Und du bekommst auch ein ganz tolles Geschenk von mir!" Dabei dachte der Junge natürlich an das Glas voller Matsch, was er vor einem Monat extra als Geschenk für solche Anlässe verbuddelt hatte. "Da wirst du dich aber freuen!" Der Junge grinste über das ganze Gesicht. "Hurra", sagte der alte Mann betont emotionslos.
"Wie alt wird du denn?", nervte der Kurze weiter. "Rate doch mal", sagte der alte Mann lustlos. "Also ich bin ja schon sechs", erklärte der Junge, "und du bist ganz sicher älter als sechs", vermutete er. "Das ist richtig", entgegnete der alte Mann. "Wirst du vielleicht acht?", fragte der Junge den alten Mann. Dieser legte die Stirn in Falten. "Hast du schon mal einen Achtjährigen gesehen mit langem weißen Bart, der fast nix mehr sieht und hört, dem alle Knochen weh tun und dem Haare aus den Ohren wachsen?" Der Junge dachte nach. "Ich glaube nicht", sagte er. "Dann werde ich wohl auch nicht acht", schnaufte der alte Mann.
"Wirst du älter als acht?", fragte der Junge. "Ja", sagte der alte Mann. "Älter als der Hund da?" - "Ja." - "Älter als Frau Bolle, meine Lehrerin?" (Frau Bolle war die Lehrerin der Dorfschule und ein junges Ding mit großen... äh... Hupen. Es hieß alle Männer im Dorf würden vor dem Schlafengehen an sie denken. Warum allerdings, das hatte dem Jungen niemand erklärt.) "Ja", sagte der alte Mann, "auch älter als Frau Bolle." - "Älter als die alte Mühle?" - "Ja." - "Auch älter als der Baum da?" - "Ja, den hab ich damals gepflanzt!" - "Älter als, als...", langsam gingen dem Jungen die Vergleiche aus. "Älter als die Sterne am Nachthimmel?" - "Ja." Das war verdammt alt, dachte der Junge. "Alter Mann, sag wie alt wirst du denn?" Der alte Mann atme tief ein als würde es viel Luft kosten die große Zahl zu nennen. Dann sagte er: "Dreissig Jahre."
"Dreissig Jahre?!?", fragte der Junge, der keinerlei Ahnung von Zahlen und Mengen hatte. "Das ist viel. Können Menschen überhaupt so alt werden?" Der alte Mann stand langsam und zitterig auf. Ohne seinen Stock hätte er es nicht geschafft. Dann ging er los in Richtung Festplatz. Nach zwei Schritten drehte er seinen Kopf nochmal zum Junge und flüsterte über seine Schulter: "Ich kann."
Ende.
Ach ja, der alte Mann, der bin übrigens ich und gefeiert wird am 02. Oktober, weil mein eigentlicher Geburtstag der 29. September blöderweise auf nen Dienstag fällt. Was die Einladungen betrifft, so entspricht aber alles der Wahrheit.
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
13:17
12
mal feedback bekommen
Rubrik: Geschichten, Gesundheit, Private Parts
14.09.09
Frauenparkplatz
Also mal ganz ehrlich, die Sache mit den Frauenparkplätzen in Parkhäusern und Parkgaragen ist toll. Na gut, ich bin jetzt keine Frau und muss viel länger nach einem Parkplatz suchen, aber die Idee extra Parkplätze für Frauen nahe der rettenden Ein- bzw. Ausfahrt einzurichten ist genial.
So können nämlich die schwachen, wehrlosen Frauen viel besser und schneller vor den bösen, schmierigen Vergewaltigern und Dieben flüchten, die in den dunklen Ecken eben jener Parkhäuser den ganzen Tag nur auf ein easy Opfer lauern.
Noch cleverer wäre allerdings gewesen extra Vergewaltigerparkplätze in den untersten bzw. obersten Etage der Parkhäuser einzurichten damit die Bösewichte einen möglichst langen Weg zurücklegen müssten um bis zu den Frauen zu kommen. Da wurde nicht weit genug gedacht.
Aber genug der Scherze. Ich finde es wirklich ehrlich voll gut mir nicht immer Gedanken machen zu müssen ob die Liebste gerade im Parkhaus ausgeraubt und vergewaltigt wird. Und das nur wegen den Frauenparkplätzen. Auch das Einkaufen in der City ist gleich viel entspannter wenn man seine liebste vorher auf nem Frauenparkplatz parkt. Und hinterher kann man sie dann dort unversehrt und garantiert nicht vergewaltigt wieder abholen. Eine tolle Sache.
Frauenparkplätze hurra!
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
12:03
9
mal feedback bekommen
Rubrik: Erfindungen, Frauen, Gesundheit, Meine Liebste, Seltsam
01.09.09
Der hustende Kontinent
Früher, ganz früher, also vor sehr sehr langer Zeit, also so richtig lange her, sooo lang, dass alle die damals noch lebten heut schon ewig tot sind und Staub und vergessen, also zu der Zeit etwa, da fand man in Australien keine ruhige Minute.
Damals nämlich hörte man wo immer man sich auch gerade in Australien aufgehalten hat ein ständiges Husten. Husten morgens, husten mittags, husten abends, husten nachts, husten überall. Hust, hust, hust. Das war ganz schön nervig. Das können Sie mir glauben.
Doch warum war in ganz Down Under dieser ständige Dauerhusten zu vernehmen? Hatten die Kängurus etwa Asthma? Hatten die Krokodile alle Bronchitis? Hatten die Aborigines mit dem Rauchen angefangen. Nein. Der Grund waren die Koalabären.
Koalabären sind von Natur aus immer erkältet. Immer. Von Geburt an. Dauernd. Ständig. Hust, hust. Jetzt sagen Sie vielleicht "Aber Moment mal das stimmt doch gar nicht! Ich war im Zoo und hab die Koalas gesehen und von denen hat keiner gehustet." Mag ja sein. Aber früher haben die wohl gehustet - den ganzen Tag lang.
Heute husten Koalabären nicht mehr. Irgendwann zwischen früher und heute ist nämlich ein cleverer Koalabär auf die Idee gekommen Eukalyptus zu fressen statt wie gewöhnlich Filetsteak mit Sauce Bernaise (was früher die übliche Nahrung für Koalabären war. Koalas waren aussergewöhnlich gute Köche.) Und dieser schlaue Bär musste von da an nicht mehr husten. Und weil er nicht ständig husten musste konnte er viel länger und besser Sex machen als die anderen, was den Koalafrauen übrigens sehr gefallen hat.
Der Rest ist typische Evolutionsgeschichte (Manche behaupten die Formel dafür wäre "der Angepassteste überlebt" aber in wirklichkeit gilt "der mit dem meisten Sex gewinnt"). Heute fressen alle Koalas nur noch Eukalyptus und haben längst vergessen warum. Doch würden sie eines Tages damit aufhören, so hätte Australien wieder keine ruhige Minute.
Hust, hust.
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
12:38
9
mal feedback bekommen
Rubrik: Gesundheit, Seltsam, Sex, Tiere
11.08.09
Lost
Falls Sie sich seit Tagen fragen warum ich nichts mehr schreibe, nichts mehr von mir hören lasse, seltenst twittere und kaum noch bei Ihnen lese und Sie sich Sorgen machen, sich fragen ob es mir gut geht, ob ich noch lebe und Sie deshalb schon eine Vermisstenanzeige bei der Polizei aufgegeben haben und selbst den ganzen Tag durch die Gegend fahren und laut "Maak" rufend nach mir suchen - ja sogar einen Detektiv auf mich angesetzt haben, so sei Ihnen gesagt: ich mache nur Urlaub.
Zwar habe ich hier Internet und erlebe hier die schrägsten Geschichten, aber irgendwie lockt mich eine Hängematte in der spanischen Sonne mehr an als der Laptop und so habe ich mich für ein paar Wochen ins Sommerloch verzogen. Das muss nicht heißen das ich nicht vielleicht doch irgendwann was schreibe wenn es mir in den Fingern juckt oder doch bei Ihnen vorbeisurfe wenn mich die Sehnsucht nach den wunderbaren Texten meiner Mitblogger überkommt, aber verlassen Sie sich nicht drauf. Spätestens Anfang September gehts hier aber gewohnt weiter mit ehrlich ungelogenen Berichten und immer wahren Geschichten.
So verabschiede ich mich vorerst mit einem: bis dann - oder vielleicht auch eher.
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
20:07
11
mal feedback bekommen
Rubrik: Bloggen, Gesundheit, Private Parts, Reisen, twitter
30.07.09
Kein Problem
"Äh... hallo", sagte ich ein wenig unsicher. Schließlich hatte ich so etwas vorher noch nie gemacht. "Mein Name ist Maak und äh... ich habe kein Problem." Die anderen Leute, die mit mir im Stuhlkreis saßen, sahen mich schweigend an. Manche nickten zustimmend, andere starrten einfach nur auf den Boden.
"Ausgezeichnet!", lobte mich der Gruppenleiter und klopfte mir auf die Schulter. "Der erste Schritt ist getan. Sie haben sich uns geöffnet, sich uns mitgeteilt und somit auch für sich selbst eingesehen und akzeptiert warum sie hier sind. Das haben sie sehr gut gemacht." Der Gruppenleiter begann zu klatschen. Der Rest der Gruppe tat es ihm gleich. Es war ein aufbauendes Gefühl.
"Wollen sie uns vielleicht auch noch mitteilen wie es dazu kam?", drängte mich der Gruppenleiter. "Sie brauchen sich auch für nichts zu schämen. Alle hier haben ähnliche Dinge erlebt. Sie werden sehen es ist befreiend einfach darüber zu reden." Eigentlich wollte ich nicht wirklich davon erzählen. Immerhin ging es da um sehr persönliche Dinge. Aber einige aus der Gruppe nickten mir bestätigend zu und so fasste ich Mut und erzählte.
"Ich glaube das alles fing an als ich aufhörte zu trinken", begann ich. "Ohne den ganzen Alkohol konnte ich plötzlich klar denken. Ja und das führte dann dazu, dass ich wieder mehr auf mich achtete, anfing Sport zu treiben, ja sogar täglich duschte!" Der Typ der mir im Stuhlkreis gegenüber saß sah mich an als wüßte er genau wovon ich sprach. Er hatte ein sehr gepflegtes Erscheinungsbild. Vermutlich hatte er das selbe wie ich durchgemacht. "Ja und dann", fuhr ich fort, "als ich plötzlich wieder aussah wie ein Mensch und auch geistig wieder auf der Höhe war, da bekam ich dann plötzlich einen Job." Der Gruppenleiter unterbrach mich. "Ja, das kann einen hart treffen. Vor allem wenn es so plötzlich passiert", sagte er. "Fahren Sie bitte fort."
"Und dann, mit dem Job, da konnte ich mir nach kurzer Zeit alles leisten was ich wollte. Auto, dicker Fernseher, eine schöne Wohnung, alles mögliche! Und meine Sorgen wurden immer weniger und weniger." Neben mir schluchzte es plötzlich. Der Mann der dort saß hatte angefangen zu weinen. Ich hatte ihn wohl an seine eigene Geschichte erinnert. Sein Schmerz gab mir das Gefühl nicht allein zu sein. Ich redete weiter.
"Ja und dann... dann habe ich eine Frau getroffen." Ich fummelte ein Foto meiner Liebsten aus der Tasche und zeigte es in die Runde. "Sie war so klug und schön, dass ich mich sofort in sie verliebte. Mitlerweile führen wir seit über fünf Jahren eine sehr glückliche Beziehung." Ich warf einen langen, verträumten Blick auf das Foto bevor ich es wieder wegsteckte. "Und jetzt... jetzt habe ich keine Probleme mehr", sagte ich und brach in Tränen aus. "Es ist alles so sinnlos. Ständig bin ich glücklich und zufrieden. Was soll das denn für ein Leben sein?" Dann weinte ich so doll, dass ich wegen der ganzen Schluchzerei nicht mehr in der Lage war weiter zu sprechen.
"Das reicht für heute", sagte der Gruppenleiter. "Danken wir Maak dafür das er sich geöffnet hat." - "Danke Maak", sagte die ganze Gruppe einstimmig. Dann erzählte Karl. Karl war ein sooo süüüßer Typ, dass ihn alle Karlchen nannten. Er sah verdammt gut aus und war sehr reich. Verglichen mit seinen waren meine nicht vorhandenen Probleme ein Witz.
Nach der Sitzung ging es mir wesentlich besser als zuvor. Ich weiss nicht warum, aber irgendwie tat es richtig gut sich vor diesen Fremden zu öffnen und einfach mal seine Seele auszukotzen. Nächste Woche gehe ich auf jeden Fall wieder zu den anonymen Problemlosen.
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
11:31
21
mal feedback bekommen
Rubrik: Geschichten, Gesundheit, Meine Liebste, Seltsam
14.07.09
Schokolade
Hab ich Ihnen eigentlich mal erzählt das ich nur so fett bin weil ich vor ein paar Jahren zwanzig Kilo Schokolade auf einmal gefressen habe weil jemand mir erzählt hatte, dass man von wahnsinnigen Mengen Schokolade high werden kann wie von Haschisch, was ich gerne natürlich sein wollte aber nicht konnte ohne Schokolade, weil meine Eltern mir verboten hatten Drogen zu kaufen und man ja immer machen muss was die Eltern einem sagen?
Nein?
Gut. Manche Dinge sollte man wirklich für sich behalten.
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
12:59
21
mal feedback bekommen
Rubrik: Abnehmen, Gesundheit, Lecker, Seltsam
20.06.09
Körper aus Stahl
"Ich glaube du hast da einen blauen Fleck", sagt die Liebste.
"Was?!? Wo denn?", frage ich und drehe und wende mich als würde ich einen seltsamen Tanz aufführen.
"Na da!"
"Wo?"
"DA!" Sie zeigt auf die Stelle an meinem Ellenbogen. Es ist eine Stelle, die man ohne Spiegel an seinem eigenen Körper so gut wie nie zu sehen bekommt.
"Ach da", sag ich. "Tatsächlich."
"Ist bestimmt beim Karatetraining passiert", meint sie.
"Mhhh... kann sein", sag ich und versuche mittels Schlangenmenschenverrenkungen einen besseren Blick auf den blauen Fleck zu erhaschen.
"Den hätte ich nie im Leben bemerkt", sag ich, "weil der auch nicht weh tut oder so. Ich habe nämlich einen Körper aus Stahl musst du wissen."
Die Liebste piekst mir wortlos mit dem Finger in den Bauch.
"Okay, weicher Stahl."
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
12:15
15
mal feedback bekommen
Rubrik: Gesundheit, Meine Liebste, Private Parts, Sport
04.06.09
Salat
Nachdem ich mich kürzlich aus meiner tiefen, dunklen Höhle gewagt hatte um mich in Hanau öffentlich zu zeigen - und hinterher wie erwartet von aller Welt eine "fette Sau" genannt wurde - da habe ich geweint. Ich weinte nicht weil die Leute mich wegen meinem viel zu hohem Gewicht und den damit verbundenen optischen Nachteilen hänselten, sondern weil sie Recht hatten. Selten hat es in der bekannten Menschheitsgeschichte einen dickeren Menchen gegeben wie mich als mich als wie mich.
Also fasste ich nach Wochen totaler Trauer und tiefen Tränensäcken zum tausendsten Mal den Entschluss endlich etwas dagegen zu tun. Ich fragte die einzige Person auf der Welt, die unter meinen Fettschichten noch einen Menschen in mir erkennt um Rat: die Liebste. Denn aus irgendeinem kranken Grund liebt sie mich trotz allem - also trotz allem Fett. Lange dachte ich sie wolle nur mein Geld, aber dann fiel mir auf das ich keins habe und es dann wohl einen anderen Grund für ihre Zuneigung geben muss. Vielleicht habe ich sie irgendwann mal zu gut behandelt. Wer weiß das schon?
Jedenfalls sagte die Liebste mir man müsse Salat essen und dann würde man auch nicht Fett. Im Gegenteil - wenn man Salat esse, dann würde man sogar dünn! Alle Supermodels würden das so machen (...und koksen, aber koksen sei für leute die kein Geld haben - wie ich - und zu hässlich sind um ihren Körper zu verkaufen - wie ich - eine zu teure Angelegenheit). Aha! Salat ist also das große Geheimnis. Schon komisch das ich da nicht eher drauf gekommen bin.
Ja und seit ich davon weiss esse ich nun immer Salat, denn wenn man Salat isst wird man nicht dick - sondern dünn. Ich esse Salat bevor ich mir die Filetsteaks mit Sauce Bernaise reinziehe und ich esse Salat zu jeder fettigen Portion Pommes mit Mayo. Ich bestelle einen Salat zu jeder Pizza, die ich verdrücke und ich wickele sogar jedes der zwanzig Snickers die ich so am Tag verschlinge in ein Salatblatt ein. Es ist toll. Seit ich weiss, dass ich nur Salat essen muss um abzunehmen esse ich sogar viel mehr als vorher. Und endlich konnte ich auch getränkemäßig wieder von blödem Wasser auf Cola umsteigen. Es ist ein Traum!
Und jetzt wo ich mich schon eine ganze weile so ernähre, zeigt sich auch schon die erste Wirkung: ich habe zugenommen! Super, nicht wahr? Manche Leute fragen mich wie ich mich über eine noch weitere Gewichtszunahme freuen kann, wo doch Abnehmen das Ziel ist. Diese Leute wissen aber wahrscheinlich nichts von den kräften des Salats und kapieren nicht was gerade mit meinem Körper passiert. Ich bin nämlich fest davon überzeugt, dass es sich hier um eine Art umgekehrten Jojo-Effekt handelt, bei dem man zuerst zunimmt und dann hinterher wieder viel mehr Gewicht verliert. Und wenn das so ist, dann klappt es schonmal bestens, denn zunehmen tu ich ja schon.
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
13:29
23
mal feedback bekommen
Rubrik: Abnehmen, Geld, Gesundheit, Lecker, Meine Liebste, Seltsam
28.05.09
Worauf es wirklich ankommt
Vor einer Weile, nach dem Sport, in der Umkleide, da habe ich mal genauer hingesehen. Und Sie glauben kaum was ich da feststellte: niemand hat so einen kleinen Penis wie ich. Das überraschte mich sehr, denn bisher dachte ich immer ich wäre ganz gut dabei. Doch mit der Erkenntnis den kleinsten zu haben - wo doch gerade der Penis das Wichtigste bei einem Mann ist - war mir ganz plötzlich die Lust vergangen mit den anderen Riesenpimmeln zu duschen. Und so ging ich beschämt und stinkend nach hause und weinte auf dem ganzen Heimweg.
Schlagartig hatte sich mein Leben verändert. Bisher war ich immer ein fröhliches Kerlchen gewesen, aber nun gab es nur noch Tränen in meinem Leben. Ein jeder weiß, dass das Leben mit einem kleinen Penis nicht lebenswert ist. Ich sah keine Hoffnung mehr und hatte schlimme Selbstmordgedanken. Zwar hatte ich wohl schon immer den kleinsten Penis, aber bisher hatte ich es nicht gewusst! Die Erkenntnis brachte die Trauer.
Just in dem Moment, als ich meinen Abschiedsbrief schreiben wollte - was der moderne Mensch natürlich in Form einer Email erledigt - da landete mit einem *Pling* aus dem Äther des Internets eine Nachricht in meinem Postfach. Eine Nachricht, die ich noch heute als ein Zeichen von Gott persönlich deute. Eine Nachricht, die Hoffnung brachte und eine Zukunft möglich erscheinen lies. In der Betreffzeile stand: "Penisvergrößerung - jetzt!"
Sie glauben gar nicht was mein Herz für Sprünge machte bei Lesen dieser Botschaft des Schicksals. Es gab Ärzte auf der Welt, welche die Technologie besaßen jemandes Penis für viel Geld zu vergrößern! Glauben Sie das? Ich zunächst auch nicht, doch jetzt weiß ich das es stimmt.
Ich erinnere mich noch genau wie der Arzt mich vor der Operation fragte wie groß ich ihn denn gerne hätte und ich sagte "So groß wie mein Unterarm!" und wir dann beide lachten bis die Narkose einsetzte. Und als ich aufwachte... was soll ich sagen - mein Leben hatte wieder einen Sinn.
Nie wieder müsste ich mich nach dem Sport in der Umkleide schämen, was wohl auch daran lag, dass ich keinen Sport mehr machen konnte weil so ein Riesenpenis dabei hinderlicher ist als Sie glauben. (Ein weiterer Grund warum ich so fett geworden bin!) Wenn Ihnen der Penis schon ohne Erektion bis zum Knie reicht bringt das auch gewisse Nachteile mit sich über die man sich vorher vielleicht keine Gedanken gemacht hat - besonders wenn Sie dann doch eine Erektion bekommen! Das ist besonders beim Gehen sehr schwierig.
Auch blöd: kurze Hosen zu tragen können Sie vergessen. Es kommt sonst zu vielen, vielen, ja sehr vielen unangenehmen Situation in denen Sie unter anderem Kindern, alten Leuten, Ihrem Chef und ganz besonders Zollbeamten erklären müssen was da unten aus Ihrer Hose schaut. Nicht gut.
Es hat also nicht nur Vorteile so wie ich einen wahnsinnig großen Penis zu haben und zu den wenigen Nachteilen, die ich bisher erwähnt habe kommen noch viele viele mehr dazu, die ich aus Zeitgründen jetzt leider nicht alle aufschreiben kann. Wenn ich genauer drüber nachdenke ist es aber eigentlich voll scheiße mit so einem Riesenrüpel und mein Leben war viel einfacher vor der OP.
Klar könnte ich also jetzt meinen Penis wieder verkleinern lassen. Aber ein kleiner Penis? Sein wir mal ehrlich - damit ist das Leben doch nicht lebenswert.
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
12:46
22
mal feedback bekommen
Rubrik: Geschichten, Gesundheit, Männer, Seltsam, Sex, You Tube
28.04.09
Eigentlich ist Lachen eher gesund
Fast hätte der Schock mich von der Behandlungsliege gehauen als der Arzt mir sagte: "Sie haben da einen Humor." Ich bin ja von Natur aus ein eher blasser Hauttyp, aber Kreide konnte unmöglich weißer sein als ich in jenem Moment. "Einen Humor?", fragte ich panikartig, "Sie meinen eine umschriebene Zunahme des Gewebsvolumens jedweder Ursache - wie Krebs zum Beispiel? Muss ich jetzt sterben?" Der Arzt lächelte. "Nein, nein, sie meinen einen Tumor, aber den haben sie nicht." Ich beruhigte mich etwas. "Nicht?", fragte ich. "Nein", sagte der Arzt, "sie haben einen Humor. Das ist die Fähigkeit, ein Lachen hervorrufen zu können - sowohl bei anderen als auch bei sich selbst. Und Humor ist nur in den seltensten Fällen tödlich. Denn eigentlich ist Lachen eher gesund."
Ich dachte nach. "In den seltensten Fällen?", fragte ich nach, "Ist denn schonmal jemand an Humor gestorben?" Der Arzt legte mir beruhigend seine Hand auf die Schulter und lächelte mich freundlich an. "Naja", sagte er, "es soll Leute gegeben haben, die sooo viel Humor hatten, dass sie sich tot gelacht haben. Angeblich. Aber ob das stimmt weiß ich aber nicht so genau. Das Risiko das das passiert ist jedenfalls verschwindend gering."
Während ich mein Hemd wieder zuknöpfte (natürlich hatte ich mich für die Untersuchung frei gemacht bevor diese Geschichte begann) grübelte ich in mich hinein. "Verschwindend gering, was? Das bedeutet aber nicht das es unmöglich ist, oder?" Der Arzt verdrehte die Augen. Er kannte mich sehr lange und sehr gut weil ich fast jede Woche bei ihm auftauchte und er wusste was für ein schlimmer Hypochonder ich war und was jetzt kommen würde. Vermutlich würde ich darum bitten von meinem Humor geheilt zu werden damit ich mich nicht irgendwann totlachen könnte - egal wie verschwindend gering die Wahrscheinlichkeit wäre das das tatsächlich passiert. Sie müssen nämlich wissen, dass es schon immer mein schlimmster Alptraum war mich im Schlaf totzulachen. "Kann man meinen Humor heilen?", fragte ich den Doc erwartungsgemäß, "Oder was muss ich tun um mich nicht irgendwann versehentlich totzulachen?"
Obwohl mein Arzt darauf gefasst war das das kommen würde sah er mich im ersten Moment an wie Auto. Das machte er allerdings immer. Dann begann sein Auge nervös zu zucken und etwas Wahnsinniges machte sich in seinem Blick breit. Auch das war nicht ungewöhlich, zumindest nicht wenn ich der Patient war um den es gerade ging. Dann allerdings schüttelte er sich als wäre er gerade aus einem bösen Traum erwacht und erklärte mir was ich tun könnte.
"Also mit dem Totlachen ist das so", begann er. "Manche Menschen, die lachen ihr ganzes Leben nicht." Ich staunte. "Niemals?", fragte ich. "Nein, niemals.", erklärte der Doc, "Bis auf ein einziges Mal. Und wenn sie dann lachen, dann lachen sie in einem Moment die gewaltige Wucht des verpassten Lachens ihres gesamten Lebens heraus. Und das kann der menschliche Körper nicht verkraften. Und deshalb sterben diese Leute dann, lachen sich also quasi tot." Ich stellte mir das ganze im Geiste vor und nickte ein wenig debil. "Wenn sie also vermeiden wollen sich totzulachen", fuhr der Arzt fort, "dann müssen sie nichts anderes tun als hin und wieder mal herzlich zu lachen, haha."
Der Doc kramte etwas aus seiner Schreibtischschublade hervor und hielt es mir vor die Nase. "Sehen sie diesen Luftballon?" Ja, ich sah ihn. Er wurde mir zehn Zentimeter vors Gesicht gehalten. Wie könnte ich ihn nicht sehen? Ich nickte. "Stellen sie sich vor dieser Ballon sind sie." Dann putstete er den Ballon auf. "Die Luft in dem Ballon soll den Humor darstellen. In unserem Leben erleben wir immer wieder lustige Dinge und die erfüllen uns mit Humor." Er pustete weiter. Der Ballon wurde größer und größer. "Wenn wir lachen...", er liess etwas Luft wieder aus dem Ballon heraus. Es gab ein lustiges Furz-Geräusch. "...dann lassen wir unseren Humor heraus und alles ist gut." Der Doc pustete den Ballon wieder auf bis er prall gefüllt war. "Lachen wir allerdings nie...", der pustete ein letztes Mal und *BAMM* der Ballon platzte, "...dann hat der viele Humor den wir aufnehmen irgendwann keinen Platz mehr und in einem überwältigendem Lachanfall lachen wir uns tot." Ich verstand und nickte.
"Aber was kann ich tun um regelmäßig zu lachen?", fragte ich den Arzt. "Obwohl ich nach ihrer Diagnose an Humor leide bin ich nämlich eigentlich eher ein ernster Mensch. Das sagen auch alle meine Freunde." Der Doc riss einen Zettel von seinem Rezepteblock. "Ich verschreibe ihnen was", sagte er, kritzelte irgendwas hin und gab mir das Rezept. Ich versuchte seine krakelige Schrift zu entziffern. Da stand "Better Off Ted - 1x pro Woche".
"Better Off Ted?", fragte ich, "Ist das ein seltsames Medikament, von dem ich noch nie gehört habe?" Der Arzt schüttelte den Kopf. "Nein, das ist eine neue TV-Serie, die seit kurzem in den USA läuft und wirklich wirklich echt wirklich superwitzig ist. Dabei müssen sie einfach lachen. Sie können gar nicht anders (ausser sie verstehen kein English und somit die Witze nicht). Schauen sie das einmal pro Woche und alles wird gut." Ich grinste breit. "Danke, Herr Doktor.", sagte ich freudig. "Das schau ich mir an. Sie haben es mal wieder geschafft!" Und fröhlich hüpfte ich aus der Praxis dem Sonnenuntergang entgegen.
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
13:52
11
mal feedback bekommen
Rubrik: Geschichten, Gesundheit, Seltsam, TV
21.04.09
Nemesis
in Pixel gepresst von
Maak
einst um
08:10
29
mal feedback bekommen
Rubrik: Arbeit, Bilder, Gesundheit, Private Parts
