12.10.10

WANTED - dead or alive

Gesucht werden ein oder mehrere miese, fiese, dreckige Verbrecher, die vermutlich in der Nacht vom 07. auf den 08. Oktober in unseren Garten eingebrochen sind und eine Bananenstaude entwendet haben. Hier ein Foto des Opfers:


Die Banane hatte mein Vater im Mai angepflanzt nachdem ich ihm zum Geburtstag einen Panama-Hut geschenkt hatte. (Ich schreibe das weil ich da einen direkten Zusammenhang vermute - auch wenn es mit dem Diebstahl vermutlich nichts zu tun hat.)

Über die letzten Monate haben wir alle die Banane sehr lieb gewonnen und wurden oft von Nachbarn und Gästen gelobt, wie schön sie doch sei und wie sehr sie das Gesamterscheinungsbild des Gartens aufwertete. Es ist also nicht verwunderlich, dass das Neider auf sich zog. Und nun ist die Banane weg!

Die Staude wurde mit Topf geklaut und ist auch ohne nicht gerade leicht. Vermutlich waren zwei Personen mit Fahrzeug notwendig um die Banane zu entwenden. Das spricht für das organisierte Verbrechen oder zumindest organisierte Verbrecher.

Natürlich haben wir den Fall der Polizei gemeldet. Die haben die Anzeige auch aufgenommen, konnten sich allerdings die ganze Zeit über ein Schmunzeln nicht verkneifen. Ich vermute die werden nicht ihre besten Leute auf den Fall ansetzen, obwohl natürlich hier nichts geringeres angemessen wäre.

Daher biete ich

€ 100,-


für sachdienliche Hinweise (in den Kommentaren), die zur Ergreifung der botanischen Bösewichte führen und uns unsere Bananenstaude wiederbringen. Bitte helfen Sie uns diese kranken Schweine hinter Gitter zu bringen und unser Land wieder ein Stückchen sicherer zu machen!


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

07.10.10

Falls Sie noch mitlesen...

...wird Sie vielleicht interessieren was ich im Folgenden zu sagen habe. Vielleicht auch nicht. Egal. Jetzt haben Sie den Anfang schon hinter sich und müssen den Rest zwangsweise auch lesen. Wer jetzt wegklickt ist ne feige Sau.

Die Leute fragen mich hin und wieder wann ich denn mal wieder irgendwo meine Geschichten vorlesen würde. Ich erkläre dann immer, dass dazu erst einmal jemand, der solche Lesungen veranstaltet, mir entweder einen Gefallen schulden, eine Wette gegen mich verloren oder einen psychischen Schaden haben müsste um mich als Vorleser einzuladen. Bisher war es immer so. Außerdem müsste das schon terminlich und örtlich passen mit der Lesung, damit ich so eine Einladung auch annehme. Das ist nicht immer alles so ganz leicht zu vereinbaren. Ich verspreche aber, sollte es jemals dazu kommen werde ich wieder lesen.

Jetzt fragen Sie sich vielleicht was ich denn dann vorlesen würde. Wie bitte? Tun Sie nicht? Nun, ich schon! Immerhin sieht es ja so aus als hätte ich das Bloggen aufgegeben. Keine neuen Geschichten mehr. Nur eine alte Kamelle alle paar Wochen mal. Hah! Selbst die Medien berichten ich hätte meine besten Zeiten hinter mir. Okay, tun Sie nicht, aber wenn ich berühmt wäre würden sie genau das machen und ich müsste mit irgendwelchen B-Promi-Schlampen in die Kiste springen oder öffentlich Islamisten beschimpfen um noch irgendwie im Gespräch zu bleiben. Dabei ist es doch gar nicht so. Ich blogge ja noch, sie merken das nur nicht weil ich das nicht wie ganz früher mal täglich mache.

Dafür gibt es natürlich Gründe. Vielleicht sogar gute, aber selbst wenn die Gründe scheiße wären - es sind Gründe! Hauptgrund Nummer eins ist wie immer die nicht vorhandene Zeit aufgrund eines sehr wohl vorhandenen Jobs. Das kennen Sie ja, das hab ich schon öfter mal erwähnt.

Und dann, und das macht mich selbst sehr traurig, scheint es so als wenn meine persönlichen Lieblingsblogger, also die Leute die mich anspornen und an deren Schreibqualität ich mich immer messen wollte (ich will jetzt keine Namen nennen damit Sie lieber Leser vielleicht selbst annehmen können Sie seien einer von denen), ja es scheint als hätten genau diese Leute auch die Lust an der Sache verloren. Die bloggen seltenst bis gar nicht mehr und treiben sich höchstens mal an Orten rum wo man sich nicht mehr als 140 Zeichen ausdenken muss. Das hat mich eine Menge Motivation gekostet und in eine tiefe Sinnkrise gestürzt ob das ganze mit der Bloggerei überhaupt noch Sinn macht.

Aber ich will ja gar nicht aufhören, ich will weitermachen! Ich habe eine Liste mit Stichpunkten was ich bloggen könnte wenn ich denn die Zeit fände. Da stehen dann Sachen drauf wie "eine lustige Geschichte mit essbarer Unterwäsche" oder "eine Geschichte wo der Schiri zwanzig Minuten zu früh das Spiel abpfeift damit er selbst es rechtzeitig zur Sportschau nach Hause schafft" und noch ein paar andere Stichpunkte, die so alt sind, dass ich sie selbst kaum noch verstehe. Sie sehen also Material wäre da, es fehlt nur an Zeit und mangelt an Motivation.

Trotzdem sollten Sie nicht einfach annehmen ich wäre am Ende und hätte aufgehört. Wenn es so weit ist sage ich Ihnen schon Bescheid damit sie den pottCast aus Ihren Favouriten nehmen können. Also keine Sorge. Betrachten wir das ganze also für den Moment weiter als ungewiss lange Pause, in der man hin und wieder eine alte Best-Of-Geschichte aufgewärmt bekommt und wenn man Glück hat auch mal eine neue. Und wenn Zeit und Motivation wieder besser werden gibt's neue Geschichten auch wieder häufiger. Ja, genau. So machen wir das.

Also dann...

23.09.10

Die Sache mit dem Nachfüllen...

vom 09.04.2008

"Guten Tag, verkaufen Sie Autos."
"Natürlich!"
"Oh, dann möchte ich bitte eins kaufen."
"Gern! Folgen Sie mir bitte."
*dumdidumdidum*
"So. Wie wäre es denn mit dem hier?"
"Oh, ein Porsche. Der ist aber schön."
"Jaja. Und der kann auch ganz schnell fahren."
"Echt?"
"Echt!"
*anschau*
"Und ist der auch sonst ganz gut? Sie müssen wissen ich kenne mich mit Autos nicht wirklich aus."
"Ja, der ist ganz sicher sehr gut in allen Belangen."
*nachdenk*
"Und was soll der kosten?"
"So wie er hier steht... fünfhundert Euro. Ist im Angebot."
"Fünfhundert Euro?"
"Ja, genau."
"Füüünfhundert Euro?!?"
"Ähm... ist ihnen das zu teuer?"
"Fünfhundert Euro!"
"Passen Sie auf, ich lege noch zwei Tankfüllungen drauf. Ein Neuwagen von Porsche plus zwei Tankfüllungen für insgesamt fünfhundert Euro ist ein akzeptabler Preis. Das wird ihnen jeder sagen."
*grübel*
"Wirklich?"
"Ja, wirklich."
*grübel, grübel*
"Wirklich wirklich?"
"Und ob!"
"Na gut, dann nehm ich den."
"Wunderbar! Folgen Sie mir bitte zur Kasse."
*dumdidumdidum*
"So, das wären dann fünfhundert Euro bitte."
"Hier, nehmen Sie."
"Danke."
*ka-tschiiing*
"Ach, öhm, eine Frage hätte ich noch."
"Ja bitte?"
"Wenn die beiden Tankfüllungen alle sind... dann muss ich mir neuen Sprit kaufen, oder?"
"Ja, sehr richtig. Sonst fährt das Auto nicht mehr."
"Und wie teuer ist sowas? Also einmal volltanken?"
"Für diesen Wagen... so circa 300 Euro."
*nachdenk*
"Wäre es da nicht günstiger für mich anstatt zu tanken jedes mal einen neuen Porsche mit zwei Tankfüllungen zu kaufen und den alten bei eBay zu verticken?"
"Ja, das wäre es wohl. Aber wer macht das schon?"


Hinweis an mich selbst: brauche neue Druckerpatrone!

13.09.10

Saubere Energie

vom 14.03.2008

"Meine Güte! Herr Maak, Sie niesen aber wirklich oft", sagte Prof. Dr. Dr. Knulpenhorst und sah hinter seinem aufgespannten Regenschirm hervor, den er zum Schutz vor sich hielt wie einen Schild. "Sowas hab ich ja noch nicht erlebt."

"Ich weiss, Doc", schniefte ich und kramte dabei in der Jackentasche nach einem Taschentuch, "das sagt mir irgendwie jeder."

"Kennen sie denn mitlerweile endlich die Ursache für ihr Niesen, Herr Maak?", fragte der Professor und spannte den Schirm wieder zu, "Ein Schnupfen kann es ja wohl kaum sein. Ein Schnupfen ist dagegen harmlos."

Ich putzte meine Nase. "Nein, noch steht nichts fest, Doc. Aber die Nachforschungen am MIT laufen auf Hochtouren." Das Taschentuch war jetzt ein kleines Säckchen voller Rotz. Ich sah mich im Raum um wo ich das wohl loswerden könnte. Einen Mülleimer gab es nicht. "Aber ein Gutes, mein lieber Professor, hat die Sache."

Professor Knulpenhorst sah mich erstaunt an. "Ach ja? Was denn?"

"Nun", sagte ich und steckte mir notgedrungen den Rotzbeutel in die Jackentasche, "ich wurde für den Nobelpreis nominiert."

"Den Nobelpreis?!?"

"Den Nobelpreis, jaha Herr Doktor!"

"Für ihr Niesen?"

"Nein, für Physik."


Prof. Dr. Dr. Knulpenhorst konnte das ganze nicht glauben. Jahre lang hatte er selbst versucht einen Nobelpreis zu gewinnen. Er setzte sich erstmal auf den Stuhl der eben noch neben ihm gestanden hatte und kratzte sich am Kopf. "Ich verstehe nicht. Wieso werden sie wegen ihrem Niesen für den Nobelpreis für Physik nominiert?"

"Das werde ich ihnen Zeigen mein lieber Professor", sagte ich und zog die Vorhänge zu. "Schliesslich habe ich sie genau deshalb hierhin gebeten."

Ich verschloss die Tür, schaltete den Diaprojektor ein und das Licht der Deckenleuchten aus. Der Professor blinzelte. Mit einem *klack* wurde das erste Dia an die Wand geleuchtet.

Darauf zu sehen war eine Art... Kraftwerk.

"Was wissen Sie über Nieskraft?", fragte ich den Professor...

07.09.10

Die schwulsten Brötchen der Welt

vom 26.02.2008

"Sollen wir uns das letzte Brötchen teilen?" fragt er. "Oh, ja gerne!" antwortet sie. Er nimmt das Brötchen und schneidet es durch. "Möchtest du die obere oder die untere Hälfte?"

Jeder kennt das. Sobald es darum geht das zwei Personen sich ein Brötchen teilen wollen, kommt es unweigerlich zu der Frage wer welche Hälfte bekommt. Jeder hat da so seine Vorlieben. Und hat man sich einmal für eine Hälfte entschieden wird man vermutlich sein ganzes Leben lang immer nach dieser Brötchenhälfte verlangen.

Ich favorisiere ja die obere Brötchenhälfte, ganz einfach weil sie mir größer erscheint (und wenn's um Essen geht bin ich Egoist). Andere Leute sehen das anders und finden die ähm... "Höcker" der oberen Hälfte zu hart, spitz oder knusprig und wollen lieber die weichere, untere Brötchenhälfte. Es gibt sicherlich für beide Brötchenhälften Vor- und Nachteile und jeder muss mit sich selbst ausmachen warum er welche Hälfte lieber hat. Aber ich glaube man kann behaupten das jeder Mensch seine Lieblingshälfte hat, die er immer der anderen vorziehen würde.

Wenn das also so ist, warum ist dann noch keine Bäckerei auf die Idee gekommen belegte Brötchen zu verkaufen bei denen beide Hälften gleich sind. Ist doch ganz einfach. Man nehme zwei Brötchen und schneide sie durch. Man erhält zwei obere und zwei untere Brötchenhälften. Nun nimmt man die oberen Hälften und macht daraus ein neues Brötchen und aus den beiden unteren Hälften ebenso. Scheibe Wurst oder Käse dazwischen und fertig. Wär das nicht was?

Da ja dann nicht mehr zwei verschiedene sondern zwei gleiche Brötchenhälften ein Brötchen ergäben, könnte man von schwulen bzw. lesbischen Brötchen sprechen. Nehmen wir mal an, die obere, kurvenreichere, sexy Brötchenhälfte mit dem Spalt sei die Weibliche und die untere, flache, weichere Hälfte die Männliche. Dann könnte man als Fan der unteren (männlichen) Brötchenhälften zu der schönen Bäckerin gehen und sagen "Ein schwules Brötchen mit Salami bitte." Und die wüßte dann sofort Bescheid und gäbe ein Brötchen aus zwei unteren Hälften mit einer Scheibe Salami dazwischen raus. Genial, oder? Umgekeht klappt das genau so. Ein "lesbisches Brötchen mit Käse" wären zwei obere Brötchenhälften mit ner Scheibe Gouda dazwischen.

Wenn man jetzt nur ein halbes belegtes Brötchen kaufen will könnte man zum Beispiel "ein halb-schwules Brötchen mit Mett" bestellen und die schöne Bäckerin wüsste direkt, dass man lieber die untere Brötchenhälfte mit Mett belegt hätte. Ein halb-lesbisches Brötchen wäre halt nur die obere Hälfte. So könnten lange Formulierungen in der Bäckerei kurz und knackig auf den Punkt gebracht werden und das Bestellen ginge viel schneller.

Daher fordere ich ab sofort "schwule" und "lesbische" Brötchen in den allgemeinen Sprachgebrauch zu integrieren wo es nur geht um damit die Welt wieder ein kleines Stück zu verbessern. Heterobrötchen können von mir aus auch weiterhin als "normal" bezeichnet werden - die sind ja eh nix Besonderes.

03.09.10

Das Schlimmste

"Whaaaah!", sagt die Liebste.
"Wat is los?", frag ich.
"Bin so aufgeregt!"
"Wieso?"
"Wegen Mittwoch!"
"Mittwoch?!? Wat is denn Mittwoch?"
"Vorstellungsgespräch!"
"Vorstellungsgespräch?"
"Ja!"
"Ja?"
"Whaaaaaah!"
"Okay, okay. Aber warum bist du so denn aufgeregt? Vorstellungsgespräch is doch super. Und gleich zwei Tage nach Abschicken der ersten Bewerbung eingeladen werden ist sogar phänomenal!"
"Ja. Weiß auch nicht. Bin nervös. Will das das gut läuft."
"Ach ganz bestimmt läuft das gut. Den Job hast du schon in der Tasche."
"Meinste?"
"Ja sicher! Wieso denn nicht?"
"Weiß nicht."
"Siehste! Sei mal entspannt! Was ist das Schlimmste was passieren könnte?"
"Das die mich nicht nehmen."
"FALSCH!"
"Falsch?"
"Ja, falsch! Das Schlimmste was wirklich passieren könnte ist nämlich, dass die Leute bei denen du dich vorstellst sich als pädophile, religiös fundamentalistische, RTL2-schauende Nazi-Kannibalen herausstellen, die dich bei lebendigem Leib von den Füßen an auffressen wollen."
"Öhm..."
"Und eigentlich kannst du dich GLÜCKLICH schätzen wenn du den Job nicht bekommst."
"Ach ja?"
"Ja! Wenn die dich tatsächlich nicht nehmen sollten sei fröhlich und sag dir einfach: 'Puh, Glück gehabt. Ich lebe und habe noch beide Beine. Die haben nicht mal an mir geknabbert!' Ich wette das hilft."
"Mhhhh, ich glaube du hast Recht."
"Hatte ich jemals nicht Recht?"
"Nein, du hast immer Recht. Danke für den Tipp. Jetzt geht's mir besser."
"Kein Problem. Immer wieder gerne."

16.08.10

Überfall!

Es war Nacht und ich lief betrunken und wehrlos durch gefährliche, dunkle Gassen nach Hause wie ich das so zu pflegen tue. Und während ich am dahertorkeln war, da kam mir der Gedanke: "Ich müsste mal wieder was bloggen, sonst denken die ganzen... äh... Leser noch da kommt nix mehr und halten micht für tot oder faul oder beides oder so." Und während ich das so dachte, da flüsterte mich plötzlich etwas aus den Schatten an...

"He, du. Komm mal her!", kam es aus der Dunkelheit hinter einem Müllcontainer. Ich sah mich um ob noch irgendwer anderer außer mir gemeint sein könnte, aber es war niemand da. Also fragte ich: "Wer? Ich?"

"Ja, du! Komm mal hier hin wo es dunkel ist." Und da ich Fremden in dunklen Gassen grundsätzlich traue ging ich hin und fragte den, der auch immer da im Dunkeln hockte fröhlich "Was issn?"

"Überfall!", sagte der und sprang hervor. "Gib mir all dein Geld!" Ich lachte. "Haha, da haben Sie mich jetzt aber voll erwischt. Überfall, haha! Wer hätte damit gerechnet?" Der Typ lachte auch. Wenn auch etwas verunsichert. "Ja, haha, guter Trick, nicht wahr? Und jetzt Geld her bitte."

Ich wollte ihm gerade all mein Geld geben, da stellte ich fest der Räuber war ja gar nicht bewaffnet. "Moment mal", sagte ich, "was soll das denn für ein Überfall sein? Sie haben ja gar keine Pistole oder zumindest ein Messer. So geht doch kein Überfall!"

"Doch wohl", sagte er, "es steht nirgends geschrieben das man für einen Überfall bewaffnet sein muss. Zumindest hab ich das noch nirgendwo gelesen." Das machte mich nachdenklich. Und ich stellte fest das ich auch noch nie davon gelesen hatte das man bei einem Überfall unbedingt bewaffnet sein müsse. Jedenfalls konnte ich mich nicht daran erinnern. Also hatte er wohl Recht.

"Nun gib schon dein Geld", drängelte der Dieb während ich noch am Grübeln war. "Ich muss noch sieben andere Leute überfallen und habe es eilig." Er hielt mir die offene Hand hin in der Erwartung das ich mein Geld da reinlegte. "Warum müssen sie noch sieben andere Leute überfallen", fragte ich neugierig. "Müssen sie etwa eine bestimmte Quote erfüllen?"

"Ach, habe ich das noch gar nicht erwähnt?", fragte er. "Die Sache ist folgende: ich wurde selber erst kürzlich überfallen von jemandem der auch erst kurz davor überfallen wurde. Und der hat mir erklärt man hätte ihm erklärt es sei gar nicht so schlimm wenn man überfallen wird. Mann müsse einfach nur zehn andere Leute überfallen und so könnte man aus dem Geld was einem bei dem ersten Überfall abgenommen wurde die zehnfache Menge machen!"

"Wow!", sagte ich beeindruckt. "Es ist also gut das ich Sie hier überfalle", erklärte der Räuber weiter, "denn dadurch werden sie am Ende mehr Geld haben als vorher. Sie müssen nur ebenfalls zehn Leute überfallen. So einfach ist das. Man nennt das Schneeballsystem."

"Aber es liegt doch gar kein Schnee!", stellte ich fest. "Macht nix", sagte der Dieb, "heißt trotzdem so." Das ganze musste ich erstmal kurz sacken lassen. "Eine Frage", sagte ich dann, "was ist wenn ich ihnen jetzt mein Geld nicht gebe?" Der Typ dachte nach. "Dann... dann... ja dann müssen sie eben keine zehn Leute überfallen, haben so allerdings auch nicht die Möglichkeit ihr Geld zu verzehnfachen."

"Das wäre ja dumm", stellte ich fest, "ich will auf jeden Fall die Summe verzehnfachen!" Dann gab ich ihm all meine Kohle - auch das Kleingeld - und sagte fröhlich "Hier, nehmen sie, bitte."

Der Räuber bedankte sich freundlich, steckte mein Geld ein, wünschte mir noch eine gute Nacht und flüchtete fröhlich hüpfend die dunkle Gasse entlang bis er verschwunden war.

Ich aber setzte mich in die Schatten hinter dem Müllcontainer und wartete. Ich hoffte auf ein leichtes Opfer - vielleicht ein Kind oder eine Frau - war mir aber nicht sicher wie viele von denen Nachts durch dunkle Gassen spazieren. Nach einiger Zeit kam ein Betrunkener. Der würde auch funktionieren. Als er mir ganz nah war flüsterte ich aus dem Schatten: "He, du. Komm mal her..."