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02.06.11

Keep it real

Heut morgen beim Frühstück mit der Liebsten:
"...ach und am ersten Juli wird unser neues Firmangebäude eingeweiht und alle sind eingeladen mit ihren Familien. Gibt Kuchen. Und es wird gegrillt. Da kommst du auch, oder?"
"Klar komm ich."
"Schön! Dann kannste dir mal gleich mein neues Büro anschauen."
"Gerne. Was soll ich denn da anziehen?"
"Hö? Wie jetzt?"
"W-a-s - s-o-l-l - i-c-h - d-a - a-n-z-i-e-h-e-n - ?"
"Öhm... naja. Ich hab meinen Arbeitskollegen immer erzählt das du Ärztin bist... und Metzgerstochter! Zieh dir also bitte einen Arztkittel an und häng dir eine Fleischwurst um den Hals damit meine Geschichte glaubwürdiger klingt."
:-)

True story!

22.10.10

Der Chef

Onkel Udo (mein Onkel, Sie wissen schon, und falls nicht klicken Sie bitte unbedingt hier, hier, hier und hier) ist mal wieder in nem großen Werbespot gelandet. Als Chef! Sehr geile Nummer.



Momentan läuft der glaub ich nur auf der Facebook-Seite der deutschen Bahn. Bin gespannt ob der auch irgendwann im TV kommt. Vielleicht ja wenn genug Leute Chef-Tickets kaufen... :-)

12.10.10

WANTED - dead or alive

Gesucht werden ein oder mehrere miese, fiese, dreckige Verbrecher, die vermutlich in der Nacht vom 07. auf den 08. Oktober in unseren Garten eingebrochen sind und eine Bananenstaude entwendet haben. Hier ein Foto des Opfers:


Die Banane hatte mein Vater im Mai angepflanzt nachdem ich ihm zum Geburtstag einen Panama-Hut geschenkt hatte. (Ich schreibe das weil ich da einen direkten Zusammenhang vermute - auch wenn es mit dem Diebstahl vermutlich nichts zu tun hat.)

Über die letzten Monate haben wir alle die Banane sehr lieb gewonnen und wurden oft von Nachbarn und Gästen gelobt, wie schön sie doch sei und wie sehr sie das Gesamterscheinungsbild des Gartens aufwertete. Es ist also nicht verwunderlich, dass das Neider auf sich zog. Und nun ist die Banane weg!

Die Staude wurde mit Topf geklaut und ist auch ohne nicht gerade leicht. Vermutlich waren zwei Personen mit Fahrzeug notwendig um die Banane zu entwenden. Das spricht für das organisierte Verbrechen oder zumindest organisierte Verbrecher.

Natürlich haben wir den Fall der Polizei gemeldet. Die haben die Anzeige auch aufgenommen, konnten sich allerdings die ganze Zeit über ein Schmunzeln nicht verkneifen. Ich vermute die werden nicht ihre besten Leute auf den Fall ansetzen, obwohl natürlich hier nichts geringeres angemessen wäre.

Daher biete ich

€ 100,-


für sachdienliche Hinweise (in den Kommentaren), die zur Ergreifung der botanischen Bösewichte führen und uns unsere Bananenstaude wiederbringen. Bitte helfen Sie uns diese kranken Schweine hinter Gitter zu bringen und unser Land wieder ein Stückchen sicherer zu machen!


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

18.05.10

Wach - und zwar richtig!

Mein Leben lang hatte ich Probleme damit morgens in der Früh so richtig wach zu werden. Ein wenig wach wurde ich zwar immer, aber oft reichte das nur um bis ins Bad zu kommen wo ich dann beim morgendlichen pinkeln wieder eingeschlafen bin. (Das ist übrigens ein guter Grund sich anzugewöhnen im Sitzen zu pinkeln - was ich allerdings bis heute nicht getan habe.)

Das ich morgens nicht richtig wach wurde war lange Zeit ein großes Problem für mich. Sie glauben ja gar nicht wie viele Jahre Schule ich verschlafen habe wegen dieser Sache. Obwohl... wenn Sie all die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler in meinen Texte zählen, dann glauben Sie es vielleicht ja doch.

Jedenfalls hatte ich irgendwann die Schnauze voll und habe mich an einen Experten gewendet: meinen Bruder! Der hat das mit dem Aufstehen nämlich voll raus. Den können Sie zu jeder Tag- und Nachtzeit wecken und er ist sofort voll da. Manchmal frage ich mich ob er überhaupt schläft, so aufgeweckt wie der immer ist. Ein wenig unheimlich finde ich das schon.

Auf jeden Fall habe ich ihn gefragt: "Basti", ich nannte ihn so weil das sein Name ist, "Basti, wie machst du das? Wie schaffst du es morgens wach zu werden? Was ist dein Geheimnis?" Und er sagte mir: "Kaffee!" Und ich: "Kaffee?" Und er: "Ja, Kaffee. Mit Kaffee wird jeder wach."

Und das war der beste Tipp, der mir in meinem ganzen Leben gegeben wurde. Von da an ging ich nach dem Aufstehen nicht mehr ins Bad um dort wieder einzuschlafen, sondern direkt in die Küche wo ich mir jetzt jeden Morgen eine heiße Kanne Kaffe über den Kopf schütte. Es ist zwar eine sehr schmerzhafte Angelegenheit, aber danach ist man wach - und zwar richtig1 Das können Sie mir glauben.

16.04.10

Suit up!

Heute wird meine Oma achtzig Jahre alt. Die meisten Omas werden nur einmal achtzig - manche nicht mal das - und deswegen wird das ganze groß gefeiert. Und weil ich so selten auf achtzigsten Geburtstagen bin habe ich beschlossen auf diesem mal nicht unrasiert im Schalke-Jogginganzug aufzutauchen, sondern schick und aufgebrezelt dort hin zu gehen.

Das mit dem Aufbrezeln ist allerdings gar nicht so einfach wie es sich zunächst anhört. Es ging schon los mit dem Duschen. Ja, ich habe heute extra für die Party geduscht - obwohl gar nicht Sonntag ist! Ich weiß es klingt nach Wasserverschwendung gleich zwei mal in der Woche zu duschen, aber dieser Geburtstag war es mir wert. Für diese besondere Gelegenheit hatte ich sogar mal extra Shampoo und Duschzeug gekauft und dann auch gleich wieder festgestellt warum ich das sonst nie mache. Es ist einfach zu teuer. Und es ist viel zu viel drin in den Verpackungen. Ich habe wirklich versucht sowohl Shampoo als auch Duschzeug beim Duschen vollständig aufzubrauchen, aber die Packungen sind einfach zu groß. Gute die Hälfte von dem Zeug konnte ich hinterher wegwerfen. Was für eine Verschwendung! Immerhin fühle ich mich dafür jetzt sehr sauber.

Zähne habe ich auch geputzt. Ich wusste allerdings nicht mehr so genau welche Zahnbürste meine ist und welche die meiner Liebsten. Ich hoffe ich habe die richtige erwischt. Ist aber auch lange her seit meinem letzten Zähneputzen, da kann sowas ja wohl mal vergessen, oder?

Was ich anziehe weiß ich auch schon - und zwar meinen guten Anzug. Ich nenne ihn den "guten" Anzug weil es mein einziger Anzug und somit kein schlechterer Anzug vorhanden ist. Okay, ich hab ihn seit meiner Konfirmation vor ca. 17 Jahren nicht mehr getragen, aber so doll werde ich mich schon nicht verändert haben. Ich bin zuversichtlich das es mit dem Anzug keine Probleme geben wird. Natürlich ziehe ich den erst kurz bevor es los geht an damit er nicht vorher schmutzig werden kann.

Was mir noch Probleme bereitet sind die Schuhe. Ich weiß einfach nicht welche ich anziehen soll. Die meisten Leute haben sehr viele Schuhe für alle möglichen Gelegenheiten und können sich dann nicht entscheiden welche sie anziehen sollen. Bei mir ist es da umgekehrt. Ich habe nie mehr als drei Paar Schuhe besessen, weil wenn man ehrlich ist braucht man auch nicht wirklich mehr. Ich habe ein Paar für den Sommer, ein Paar für den Winter und ein Paar für dazwischen.
Meine Sommerschuhe sind Schwimmflossen. Okay, die sind in beim Autofahren oder in der Innenstadt eher hinderlich, aber wenn ich im Urlaub dann tauchen gehe habe ich gleich das richtige Schuhwerk an.
Im Winter trage ich Skischuhe. Ja, genau, diese großen schweren Plastikdinger. Ich hatte mal andere Winterschuhe, aber als ich mir die Skischuhe gekauft habe waren die sooooo teuer, dass ich darin so viel wie möglich rumlaufen muss damit die sich überhaupt rechnen. Ich gebe zu, ohne Ski darin rumzulaufen sieht albern aus und tanzen darin geht mal gar nicht. Aber warm sind sie. Und wenn einem mal zufällig ein Berg und ein Paar Ski in die Quere kommen, dann sind Skischuhe quasi die ideale Fußbekleidung für diese Situation. Kann ja passieren.
Im Frühling und im Herbst trage ich immer Gummistiefel - weil wegen der vielen Pfützen wenn es mal regnet. Ich glaube die Gummistiefel werde ich auch heute Abend tragen. Zum guten Konfirmationsanzug. Auf dem achtzigsten Geburtstag meiner Oma.

Eigentlich hatte ich auch geplant wohlriechend dort aufzutauchen. Ich habe sogar noch ein altes Deo gefunden, mit dem ich mich einsprayen wollte, aber der Deckel ist festgerostet. Ich muss mal schauen wo meine Zange ist und ob ich den Deckel damit abbekomme. Hat wohl schon etwas länger verschlossen rumgestanden das Deo.

Naja. Jedenfalls macht es Spaß sich mal wieder so richtig rauszuputzen. Das wird bestimmt ein ganz toller Abend nachher - auf dem achtzigsten Geburtstag meiner Oma. Ich freu mich!

29.11.09

Around the World 2010

Mein Bruder und ich haben mal wieder eine Weltreise gemacht und viele Fotos mitgebracht. Und aus dem selben Grund wie schon letztes Jahr wird auch diesmal aus diesen Fotos ein Kalender gebastelt. Woll'n Sie mal sehen? Hier bitte...














Natürlich kann man Sie nicht fuchsen (das altbekannte Problem wenn man die klügsten Leser der Welt hat) und Sie haben längst gemerkt, dass die Fotos alle im meiner Küche aufgenommen wurden und dann eine crappy Photoshop-Behandlung bekommen haben. Aber was will man machen wenn einfach die nötige Kohle für eine echte Weltreise fehlt?

Wenn Sie also die Schnauze voll haben von billigen Fälschungen und nächstes Jahr echte Weltreisefotos hier sehen wollen, dann spenden Sie bitte einen möglichst großen Betrag an mich, Verwendungszweck "Weltreise". Kontodaten erfahren Sie auf Anfrage. ;-)

25.11.09

Wenn das keinen Oscar wert ist...

Wir alle wissen ja, dass Inglorious Basterds der beste Film des Jahres war, ist und immer bleiben wird. Das stimmt jetzt vielleicht nicht, ist aber so! Und wenn Sie da anderer Ansicht sind ist das vermutlich auf die bekannte Problematik zurückzuführen, dass wir alle eigene Meinungen haben. Das Leben wäre sicherlich einfacher wenn einfach alle Leute meine Meinung hätten, haben sie aber nicht. Und deshalb müssen wir einfach mal alle annehmen das Inglorious Basterds der beste Film des Jahres war, ist und immer bleiben wird, denn sonst funktioniert dieser Text nur halb so gut.

Warum war, ist und bleibt Inglorious Basterds der beste Film des Jahres? Nun, das ist ganz allein der Verdienst eines einziges Mannes! Ist es Regisseur Quentin Tarantino? Nein. Hollywood Schöngesicht Brad Pitt mit lustigem Akzent im Originalton? Falsch. Der grandios gute Christoph Waltz alias "Judenjäger" Hans Landa? Nee, nee, weit gefehlt. Der ganze Film wird ganz allein durch die schauspielerische Leistung einer Koryphäe unter den Statisten getragen: Udo Hoffmann. Mein Onkel Udo!


Sehen Sie wie mein Onkel Udo hier im Hintergrund als Nazigeneral die Treppe hinaufgeht - ach was schreitet! Diese Anmut! Dagegen verblasst sogar der rechts im Bild auftauchende Daniel Brühl. Und überhaupt: die ganze Szene würde gar keinen Sinn machen ohne Udo. Wenn das keinen Oscar wert ist, dann weiß ich auch nicht.

Quentin Tarantino erwähnt übrigens auch in jedem Interview zu dem Film, wie dankbar er Onkel Udo für seine Mitwirkung ist und das der Film ohne Udo überhaupt nicht möglich gewesen wäre. Tarantino hatte Onkel Udo schon damals bei den Abzockern auf Sat1 sehr bewundert. Auch Udos Auftritt im Musikvideo von Fettes Brot blieb nicht unbemerkt. Doch entgültig überzeugt das Udo in Inglorious Basterds uuunbedingt mitmachen musste hat seine Leistung im Werbespot vom Sparkassen Kompetenzteam. Da konnte Quentin nicht anders und hat Onkel Udo auf Knien angefleht seinen Fim zu retten. Ja und der Udo der hat das dann gemacht, wie Sie ja sehen. Leider wird dieser Teil der Quentin Tarantino Interviews gerne mal von den Medien geschnitten, weshalb Sie bis heute vermutlich noch nie davon gehört haben.

Aber so ist es. Wirklich! Ehrlich! Ganz bestimmt!

Übrigens: da Onkel Udo in Berlin lebt wird er höchstwahrscheinlich auch unter den Zuhörern sitzen wenn ich am 25.01.2010 meine Wettschulden bei Herrn Fitz in Form einer Lesung einlösen muss. Wenn Sie also mal einen echten Weltstar aus einem Hollywoodfilm live und nah erleben wollen, dann kommen sie mal besser da hin!

13.10.09

Voll krank

Stellen Sie sich einen langen Tisch vor. An jenem Tisch sitzen ein paar Leute die etwa dreissig Jahre älter sind als Sie. Außerdem noch dabei: ein paar Leute, die sogar fünfzig Jahre älter sind als Sie! Wenn Sie Glück haben auch ein paar Leute die in etwa Ihr alter haben. Und manchmal - aber das ist optional - auch ein paar Kinder.

Von den ganzen Leuten am Tisch sehen Sie die meisten vielleicht einmal im Jahr - nämlich dann wenn alle zusammenkommen um sich an den Tisch zu setzen. Bei einigen sind Sie nicht mal sicher wieso die da mit am Tisch sitzen und bei anderen sind Sie nicht mal sicher wie genau die heißen.

Sowas nennt man Familientreffen. Zumindest wenn man ich ist.

Das tolle an Familientreffen ist, daß egal was der Anlass ist - ob Geburtstag, ob Hochzeit, ob Taufe, ob Ostern oder Weihnachten oder was auch immer Familien dazu bringt sich an den langen Tisch zu setzen - es gibt nur ein Gesprächsthema: Leiden.

Irgendwer fängt an mit dem Spruch "Ich hab Rücken, seit zwei Wochen sogar mehr als sonst. Oh mein Gott tut das weh!" Das ist dann quasi der Anstoss. Von jenem Moment an beginnt ein Wettstreit um das schlimmste Leid. Der Witz ist, dass dabei nicht darauf eingegangen wird was dem Einzelnen fehlt, sondern jeder nur darauf wartet sein eigenes Leid zu klagen und hoffentlich alle anderen damit zu übertrumpfen. In diesem Spiel sind gerade die Älteren nur sehr schwierig zu schlagen.

"Du hast Rücken? Ja, das ist wahrlich schlimm. Ich hatte auch mal Rücken, aber weiß du was wirklich schlimm ist: Wurzelbehandlung! Ich hatte nämlich letzte Woche eine und nächste Woche wieder."

"Wie Wurzelbehandlung? Du hast doch gar keine echten Zähne mehr!"

"Zähne vielleicht nicht, aber Wurzeln!"

"Wurzelbehandlung ist wirklich kein Spaß, aber das sind Schmerzen die vorbei gehen. Seht mich an - ich hab Zucker! Das werd' ich nie wieder los."

"Da hat er Recht."

"Zucker?!? Zucker ist doch ein Witz! Mit Zucker würde ich singen und tanzen, hüpfen und springen. Aber das kann ich ja nicht mehr, wegen dem Raucherbein das sie mir letzten Monat abgenommen haben."

"Raucherbein? Schlimm ja gewiss, aber darf ich euch dran erinnern das ich AIDS habe. Ein Wunder das ich noch mit euch hier sitzen kann!"

"AIDS?!? AIDS ist doch voll retro. Krebs, das ist das einzig wahre! Krebs musst du haben so wie ich. Ich wette ich geh sogar eher drauf als du mit deinem AIDS."

"Krebs, AIDS, hah! Das ist doch Kinderkram. Ihr lebt doch alle noch! Mein Mann Egon, der ist schon dreissig Jahre tot. Und der hatte alles gehabt sogar die Pest!"


Tja, und so setzt sich das ganze dann fort. Man trinkt tapfer seinen Kaffee und mümmelt seinen Kuchen und lässt die Senioren drüber streiten wer toter ist. Und hinterher heißt es dann es war schön das man mal wieder da gewesen ist und warum man sich denn nicht öfter sehen ließe...

Vielleicht ist es ja weil man als gesunder Mensch nicht mitreden kann.

07.05.09

60

Der Mann, der mein Dasein verschuldete zu verantworten hat, wird heute 60 (in Worten "sechzig") Jahre jung alt. Herzlichen Glückwunsch Dad!

Wenn auch Sie gut finden das es mich gibt (so wie ich), dann gratulieren Sie ihm gefälligst in den Kommentaren. Wenn Sie das nicht gut finden können sie an gleicher Stelle Beschwerden hinterlassen.

27.03.09

Wo ist meine Brille?

Als ich heute morgen aufwachte lag meine Brille nicht auf dem Nachttisch neben meinem Bett - was blöd war, weil ich keine Ahnung hatte wo sie sonst liegen könnte.

Gestern war es spät geworden, weil mein Bruder sich einen nigel-nagel-neuen Rechner gekauft hatte, den ich ihm freundlicherweise mit Betriebssystem und Spielen und Zeug betankt habe. Und weil das so spät geworden ist habe ich kaum noch Erinnerung an die letzteren Stunden, was vermutlich auch daran lag, dass wir nicht nur den Rechner mit Software, sondern auch uns mit Softdrinks Bier betankt hatten.

Die Liebste - wohlwissend wie so ein "Männer-haben-neues-Technik-Spielzeug-und-Bier"-Abend aussieht - war vorsorglich in Ihrer eigenen Wohnung geblieben und hatte dort übernachtet, weshalb ich auch sie nicht fragen konnte wo ich meine Brille wohl hingelegt hatte. Also musste ich selbst und mit meinem eigenen Hirn dahinter kommen wo die Brille wohl war.

Zuerst sah ich auf dem Boden neben und unter dem Bett nach. Vielleicht hatte ich die Brille beim Schlafengehen aus Versehen zu nah an die Kante des Nachttisches gelegt und sie war runter gefallen. Aber nein, da war nichts.

Dann kam mir der Gedanke, dass ich vielleicht mit Brille eingeschlafen sei und sie irgendwo im Bett läge. Also kletterte ich aus demselben, zog mir meine Schlappen und den Bademantel an und schüttelte wild die Bettdecke und die Kopfkissen aus. Was ich kontrollgeschüttelt hatte warf ich auf den Boden. Doch gefunden habe ich nichts.

Ich hob sogar in meiner Verzweiflung die Matraze aus dem Bett auch wenn ich keine Ahnung hatte wie die Brille dort drunter gekommen sein könnte. Doch auch hier kein Erfolg. Nachdenken, Junge. Nachdenken!

Der Wäschekorb! Vielleicht hatte ich die Brille noch in der Hemdtasche als ich es gestern Abend ausgezog und "entsorgte". Ich kippte also den Wäschekorb aus und wuschelte mich durch die getragene, müffelnde Wäsche der letzten Woche. Keine Brille. Aber dieser Geruch... hui.

Nur zur Sicherheit doch ohne große Hoffnung die Brille dort zu finden durchwühlte ich dann auch noch die Schubladen mit (frischer) Unterwäsche und Socken. Aber auch dort nichts. Das Schlafzimmer sah nun aus wie nach einem Bombeneinschlag. Überall lag Wäsche. Saubere. Stinkende. Bettwäsche. Das Bett war seiner Matraze entblöst und von der Lampe an der Decke hing schlaff eine getragene schwarze Socke. Doch nirgends die Brille.

Enttäuscht und müde schlappte ich ins Bad um dort weiter zu suchen. Vielleicht hatte ich sie gestern Nacht nach dem Zähneputzen auf dem Schränkchen unter dem Waschbecken liegen gelassen. Nein, da war sie nicht und auch nicht auf der Fensterbank. Ich drehte mich einmal im Kreis und sah mich um. So viele Verstecke gab es in diesem Badezimmer nicht. Also Dusche Kontrolliert. Nichts. Auf die kalten Fliesen am Boden gelegt und unter das Schränkchen geschaut. Nichts. Schätzend blickte ich zum Klo.

Vielleicht war die Brille mir beim Pinkeln in der Drei-Punkt-Stellung von der Nase gerutscht. Also Deckel hochgeklappt und... nichts. Verdammt! Das blöde war, dass ich nicht ausschliessen konnte vielleicht abgezogen zu haben nachdem mit die Brille eventuell ins Klo gefallen war. Also Ärmel hoch und... wie sich herausstellte war aber auch was dann kam nur ein Griff ins Klo.

Nachdem ich mich einigermaßen abgetrocknet hatte schlurfte ich ins Wohnzimmer und schnüffelte an meiner nur noch leicht feuchten aber dafür stark riechenden Hand, die gerade in den Windungen des Toilettenabflusses keine Brille gefunden hatte. Ich setzte mich aufs Sofa und peilte erstmal die Lage. Auf dem Wohnzimmertisch aus Glas lagen zwar mehrere Fernbedienungen aber keine Brille. Auf Verdacht steckte ich meine Finger in die Sofaritzen und fand tätsächlich genug Kleingeld für ein Eis. Aber Brille? Fehlanzeige.

Im Buchregal war sie auch nicht und auch nicht auf meinem Schreibtisch. Ich hatte sogar extra unter der Tastatur meines Rechners nachgesehen weil da gerne mal ein Stift drunter rollt wenn man nicht aufpasst und jene Stifte sucht man dann auch immer wie blöde wenn man sie dringend braucht. Doch keine Brille zu finden.

Ich schraubte sogar meinen Rechner auf und sah hinein ob sich die Brille dort versteckte, weil mir eingefallen war, dass mein Bruder und ich in der Nacht zuvor einen Rechner-Innenleben-Schwanzvergleich gemacht hatten. Aber nee. Keine Brille drin. Im Mülleimer, dessen Inhalt ich großzügig über den Wohnzimmerboden verteilte übrigens auch nicht. Vor lauter Verzweiflung sah ich sogar unter den Teppichen nach. Nada.

Doch noch gab ich die Hoffnung nicht auf. Was hatten wir gestern alles getan? Mhhh... unter anderem... Bier getrunken - und Bier kommt aus dem Kühlschrank! Also ab in die Küche und in den Kühlschrank gesehen. Nichts. Auch im Eisfach keine Brille. Aber wo wir schon hier waren noch Spülmaschine und Tellerschränke gecheckt. Wieder nichts. Im Wasserkocher vielleicht? Nee. Blöde Brille. Wo warst du?

Jetzt musste ich dort suchen wo nie ein Mensch zuvor gesucht hatte - im Keller! Ich erinnerte mich nämlich, dass ich gestern auch endlich mal die Kiste mit der Weihnachtsdekoration wieder in den Keller geschleppt hatte (immerhin ist ja erst fast April). Vielleicht war ich dort kurz unaufmerksam und...

Als ich den Keller betrat traf mich fast der Schlag. Man verdrängt sehr schnell wie viel Gerümpel man dort lagert. Obwohl sich nichts am Inhalt der Räume geändert hatte war es gestern für mich einfach nur der Keller gewesen und jetzt war es ein Keller voll mit... Zeug! Natürlich war alles dort Gelagerte entweder groß oder schwer oder beides. Wie sollte ich hier meine Brille finden? Um mich herum nur Stille und Chaos.

Es machte ja alles keinen Sinn. Alte Schränke lagen auseinandergebaut und verkanntet quer verstreut im Raum. Um hier was zu finden musste Ordnung geschafft werden. Also fing ich an alles was im Weg lag aus dem Keller zu schleppen - in meinem Bademantel - und draussen vor's Haus zu legen weil mir woanders der Platz dafür fehlte. Als ich nach Stunden den Keller endlich leer geräumt hatte konnte ich sehr gut überblicken das auch dort unten keine Brille war. Also zurück hinein mit dem Krempel vor der Tür, von dem allerdings nur noch die Hälfte vorhanden war weil man es wohl für Sperrmüll gehalten hatte und die obligatorischen Plünderer sich schon die guten Sachen eingesackt hatten. Die noch vorhandene Hälfte von dem Zeug lag zerpflückt quer über den Vorgarten verteilt. Der Anblick war so demotivierend, dass ich beschloss das ganze einfach so liegen zu lassen.

Ich ging aber nochmal in den Keller um einen Blick in die Waschmaschine, den Trockner und in die Waschmittelkartons zu werfen. Auch hier kein Erfolg - und eine Brille auch nicht.

Die Idee auch auf dem Dachboden nach der Brille zu suchen bereute ich als ich bereits dort oben herumkroch, zwanzig Spinnennetze am Kopf hängen hatte und mir einfiel, dass ich seit Jahren nicht dort oben war weil wir gar nichts auf dem Dachboden lagern - ausser Spinnenweben. Keine Brillen. Und auch sonst nichts. Nur Spinnenweben.

Sehr lang allerdings überlegte ich mir ob es wohl Sinn machte den ganzen Garten und die Blumenbeete umzugraben, bevor ich mich dann doch dazu entschloss es zu tun. Man weiss ja nie. Obwohl jetzt weiss ich es... dass da auch keine Brille war.

Die letzte Idee die mir kam war, im Auto der Liebsten nachzusehen. Sie müssen wissen: ich bin sehr geizig und habe deshalb kein eigenes Auto sondern fahre immer nur mit denen anderer Leute - meistens mit dem Auto der Liebsten. Das klappt ganz gut, ist nur blöd wenn diese anderen Leute ihre Autos nicht regelmäßig tanken. Da muss ich dann schon manchmal mit denen schimpfen wenn ich das plötzlich selbst erledigen muss. Naja, meistens bekomme ich dann immerhin das Spritgeld wieder. Wär ja auch echt unverschämt wenn das nicht so wäre. Doch zurück zum Thema.

Ich geh also zum Auto der Liebsten und schau auf die Ablage, ins Handschuhfach, unter die Sitze, in den Kofferraum - nirgendwo die Brille. Da fällt mir plötzlich ein wie die Drogenfahnder an der Grenze das machen wenn die mal wirklich richtig ein Auto durchsuchen. Also schlitzte ich die Autositze und die Rückbank auf, riss alles kaputt und nahm die Polster unter die Lupe. Leider auch hier keine Brille. So betrübt war ich selten.

Ich wollte gerade aufgeben als mir ein letzter Einfall kam: mein Bruder! Vielleicht hatte er die Brille gestern aus Versehen mitgenommen. Vielleicht war sie in einem der Kartons gelandet die er dabei hatte. Glücklicherweise wohnt mein Bruder direkt in der Nähe, sodass ich mich entschloss die drei Minuten dort hin zu spazieren (wohlgemerkt immernoch im Bademantel, wenn auch etwas stinkender und dreckiger mitlerweile).

Als er mir die Tür öffnete machte er ein Gesicht als wenn der Yeti bei ihm geklingelt hätte. "Was zum...", begannt er, doch ich schnitt ihm das Wort ab bevor mein Bruder seine Frage zu Ende stellen konnte. "Frag nicht." sprach ich und trat ein.

"Ich habe den ganzen morgen meine verdammte Brille gesucht. Überall!", erklärte ich etwas gereizt und fragte gleich hinterher "Hast du Sie?" Mein Bruder legte seine Stirn in Falten und fragte verdutzt "Deine Brille?" Ich glaube er grübelte immer noch drüber nach warum ich aussah wie eine Mischung aus Lebowski, Vogelscheuche und Zobie. "JA, VERDAMMT, MEINE BRILLE!", brüllte ich. "IST SIE HIER?" Jetzt war es so weit. Ich hatte die Fassung verloren.

"Deine Brille?!?", fragte er nochmal zögerlich und sah mich mit diesem Blick an der...

Und dann begriff ich es. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen. "Nein!", sagte ich. "Nein, nein, nein. Sag das das nicht wahr ist!", forderte ich meinen Bruder auf. "Bitte, oh bitte, sag nicht ich hatte sie die ganze Zeit auf dem Kopf!" Vorsichtig und zweifelnd hob ich meine Hand langsam zu meinem Haar um festzustellen das ob unmögliche wahr wäre und...

"Blödsinn!", sagte mein Bruder. "Du hast doch gar keine Brille. Du hast nie eine gehabt. Ich verstehe nicht was das alles soll." In diesem Moment zog mein ganzes Leben an meinem geistigen Auge vorbei. Ich wusste nich wieso, denn ich hatte eigentlich nicht vor jetzt zu sterben, aber wo der Film schon mal lief sah ich genau hin und stellte fest das mein Bruder Recht hatte. Ich hatte nie eine Brille!

Da war ich auf einmal sehr sehr erleichtert. Ich hatte nie eine Brille. Haha! Sowas aber auch.

Und seitdem hoffe ich, dass ich auch niemals nie eine Brille brauchen werde. Nicht auszudenken was los ist wenn man diese mal verlegt. Da kann man ja verrückt werden.


(Thema übrigens hier geklaut.)

23.02.09

Von Kunden, Karten und Klauen

Am Samstag war ich mit der Liebsten und meinem Bruder in Bochum und Essen einkaufen. Wie sich herausstellte war das eine sehr gute Idee, denn zumindest vormittags hatten wir die Läden beinahe für uns allein. Ob es nun daran lag, dass den Leuten zum Monatsende das Geld immer knapper wird oder das gerade Karneval war und der Ruhrpott noch mit'm dicken Kopf im Bett lag weiss ich nicht. Jedenfalls ist es ne tolle Sache wenn kaum Kunden unterwegs sind (okay, vielleicht sehen die Geschäfte das anders). Kein Gedränge und nirgendwo Warteschlangen an den Kassen. Toll!

Ja und so sind wir dann von Laden zu Laden spaziert, haben dieses und jenes gekauft und die Wirtschaft angekurbelt was das Zeug hielt. Ich weiss nicht genau wieviele Geschäfte wir durchkonsumiert haben, aber in fast jedem Laden hiess es dann an der Kasse: "Haben Sie eine Kundenkarte?" - "Nein." - "Wollen Sie eine?" Klar war es nicht das erste mal das ich irgendwo nach Kundenkarte, Paybackkarte oder anderen Stasi-2.0-Big-Brother-schaut-dir-beim-Einkaufen-zu-Glaskunden-Karten gefragt wurde, aber nie zuvor ist mir aufgefallen, wie viele Geschäfte ihre eigene Karte haben. Hätte ich von jedem einzelnen Laden eine Kundenkarte, so wäre bei mir kein Platz mehr für Geld im Portmo Portemon Portmor in der Geldbörse.

Lustige Story am Rande: als wir bei "Nanu Nana" vorbeilaufen kommen bei meinem Bruder Kindheitserinnerungen hoch und er erzählt wie er früher mal dabei war als ein damaliger Kumpel von ihm dort was geklaut hat (jaha es war der Kumpel - mein Bruder war unschuldig *schwör*). Er meint blöder hätten sie sich nicht anstellen können, haben die beiden doch ne Stunde total auffällig unauffällig im Laden gestanden bevor der Kollege dann zugegriffen hat. Bei dem Diebesgut handelte es sich übrigens um einen Gummipimmel - also nicht jetzt ein Riesendildo, sondern so ein kleiner Knautschpenis in größe eines Fingers ungefähr. Fragen sie mich nicht wofür sowas gut ist oder warum der gerade DAS geklaut hat. Sollte bestimmt witzig sein. Witzig fand ich dann auch, dass der Kollege natürlich beim Klauen erwischt wurde. Immerhin hatte er sich ja das beste Objekt ausgesucht mit dem man beim Klauen erwischt werden kann. Ich frage mich wie seine Eltern wohl geschaut haben als ihnen telefonisch mitgeteilt wurde, dass ihr Sohn gerade einen Gummipimmel klauen wollte.

11.02.09

Kompetenzteam

Kennen Sie den hier?




Richtig, das ist mein Onkel Udo! Wer hier schon etwas länger mitliest wird ihn schon kennen. Immerhin hat er unter anderem bereits ein Musik-Video von Fettes Brot gerockt und uns als ahnungsloses Opfer bei "Die Abzocker" die Praktiken verbrecherischer Betrüger verdeutlicht.

Ja und jetzt sitzt er im Kompetenzteam der 08/15-Bank im neuen Werbespot der Sparkasse. Glückwunsch Udo! Der Oscar für den besten Statisten geht dieses Jahr ganz bestimmt an dich. ;-) Aber sehen wir uns doch mal an was Du uns diesmal geschauspielert hast.



Bravo! Haben Sie es gesehen? Haben sie ihn erkannt? Wenn das nicht Method Acting ist, dann weiss ich auch nicht. Großartig!

Und das der Onkel Udo wirklich großartig ist erkannte sogar der grandiose Quentin Tarantino und hat keine Kosten und Mühen gescheut meinen Onkel Udo für seinen neuen Film Inglorious Bastards zu gewinnen. Dort spielt Udo in einer Massenszene einen Nazi-General. Das dürfen sie nicht verpassen! Der Film kommt wohl 2009 in die deutschen Kinos. Wir warten gespannt...!

10.02.09

Der Feind

Es gibt leute, die behaupten von sich die größten Fans von Herr der Ringe zu sein. Die sind so sehr in die Sache vernarrt, dass sie alle drei Filme in der Special-Extended-Version von vorne bis hinten mitsprechen können. Nun, das kann ich auch, aber wenn man diese größten Fans aller Zeiten dann fragt wie sie die ganzen Mittelerde-Bücher so fanden heisst es oft: "Wie?!? Es gibt mehr als ein Buch?" Viele von denen haben nie ein Mittelerde-Buch gelesen und es gibt genug Superfans, die vor dem Erscheinen der Filme noch nie von Mittelerde gehört hatten. So viel dazu.

Natürlich gibt es aber über Mittelerde mehr als nur den Herrn der Ringe zu lesen. Da wären unter anderem das Silmarillion, der kleine Hobbit, Nachrichten aus Mittelerde, die Kinder Hurins, diverse Lexika, Bücher mit Kartenmaterial und so weiter und sofort.

Viele von den Büchern hatte ich bereits im letzten Jahrtausend und vor erscheinen der Filme gelesen. Und vorletztes Jahr kam mir in den Sinn die doch mal wieder alle zu lesen - am besten in chronologischer Reihenfolge. Blöd war damals allerdings, dass sich das Silmarillion, welches ich zuerst lesen wollte, nicht mehr in meinem Bücherregal befand. Doch wo konnte es sein?

Nachdenken soll ja manchmal helfen und dies schien mir so eine Situation zu sein wo mich nachdenken echt weiterbringen könnte. Also dachte ich nach. Und siehe da: es half. Schnell war Ursache für das fehlen des Buches gefunden. Der Feind muss es haben!

Der Feind, das können Sie nicht wissen weil ich es bisher nie erwähnt habe, das ist meine Ex, die mich glücklicherweise Anno 2004 für einen anderen verlassen hatte. Im Nachhinein bin ich ihr dafür sehr dankbar, wäre ich doch sonst vermutlich ein Leben lang bei ihr geblieben mit all ihren (schlechten) Launen und dem miserablen Sex und hätte mir trotzdem eingeredet das es wahre Liebe sei und ich glücklich mit ihr wäre. Damals hab ich sie natürlich gehasst. Sie kennen das ja. Die Kränkung verlassen zu werden, der Vertrauensbruch nach über fünf Jahren und all das Trennungs-bla-bla-bla. Da war ich halt damals sauer und somit wurde die Ex "der Feind" getauft und jedes Gefühl für sie im Hass ertränkt. Darth Vader und der Imperator wären stolz auf mich gewesen.

Dabei hat der Feind mir damals eigentlich den größten Gefallen aller Zeiten getan indem sie mich verliess. Denn nur so war ich frei die Liebste kennen und lieben zu lernen was tausendmal besser ist als jede Beziehung die ich zuvor hatte. Wäre das damals anders gelaufen wäre ich heut ein Zombie, eine lächelnde leere Hülle, ein Schatten meiner Selbst. Treu und unglücklich mit dem Feind vereint auf ewig.

Aber zurück zu den Büchern. Nach der Trennung hab ich dem Feind gesagt wenn sie sich von mir trennt müsse sie sich auch von unserer gemeinsamen Wohnung trennen und ausziehen. Das hat sie dann auch gemacht und ihren ganzen Kram mitgenommen. Wobei die Frage welches jetzt ihr Kram war und welches meiner manchmal nicht einfach zu klären war, da wir doch Jahre lang alle möglichen Dinge gemeinsam gekauft hatten. Sie war jedenfalls auch ein großer Mittelerde-Fan und so glaubte ich sie hat damals das Silmarillion mitgenommen (das Elbisch-Wörterbuch, da war ich mir sicher, hatte sie nämlich auch). Das Buch war also für mich raus aus der Welt. Also kaufte ich mir ein neues Silmarillion.

Ganz raus aus der Welt war das Buch aber doch nicht. Vor kurzem brachte mein Bruder es mir zurück und meinte er kommt einfach nicht dazu es zu lesen. Es hat lange lange Zeit und sogar einen Umzug zwischendurch gedauert bis er das gemerkt hat. Ich hatte es ihm anscheinend vor über sechs Jahren (!) geliehen. Der Feind hatte es nie.

Jetzt hab ich zwei.

28.01.09

Darf man das?

Habe mich gestern von meinem Bruder überreden lassen mit ihm gemeinsam die Uri Geller Show zu schauen. Normalerweise ignoriere ich das ja, aber seit gestern... seit gestern weiss ich auch warum.

Mal abgesehen davon - oder vielleicht gerade weil keiner der dort auftretenden Deppen auch nur einen Hauch von Entertainment und Showgeschäft zu verstehen scheint und die sogenannten "Mentalisten" (übrigens: von nun an werde ich meinen Zahnarzt nur noch meinen "Dentalisten" nennen) eher wie schlechte Kopien drittklassiger Amateurzauberer rüberkommen, war es aber ein sehr lustiger Abend.


Nun hatten die da ja einen, der voll die alberne Story erzählt hat von wegen als Kind hätte er seinem Teddy immer die Augen rausgerissen und so (lol). Das war so'n Typ mit Glatze, eine Mischung aus Jan Delay und nem Neandertaler, der sich bemüht hat nie zu lächeln damit er mysteriöser wirkt (zumindest mysteriöser als auf dem Foto hier).

Auf jeden Fall kam der Kerl optisch wegen seiner Glatze und so rüber wie ein Skinhead - was jetzt nicht heissen soll das ich dem guten Mann irgendwie rechte Tendenzen unterstellen will. Keine Ahnung ob er was dafür kann oder ob das gewollt ist, aber der sieht einfach so aus. Punkt. Und weil wir uns seinen Namen nicht merken wollten konnten, haben wir den Typ einfach "Zaubernazi" genannt.

Und jetzt die Frage: darf man jemanden einfach so Zaubernazi nennen? Auch wenn er gar kein Nazi ist? Ich finde nämlich Zaubernazi ist ein total tolles und lustiges Wort welches ich bei der richtigen Gelegenheit gern öfter benutzen würde... auch wenn diese Gelegenheiten sicherlich sehr sehr selten sind.

03.01.09

Fight Club

Mein Bruder ist dieser neuen Selbsthilfegruppe für Männer beigetreten. Die machen tagsüber Seife oder so und nachts finden seltsame Gruppentreffen in finsteren Kneipenkellern statt.


Ein seltsamer Haufen sind die...

19.12.08

Darauf muss getrunken werden!

Gestern hat die Liebste endlich - nach Monaten der Ungewissheit - ihre Prüfungsergebnisse für eine total oberwichtige Prüfung für ihr Medizinstudium bekommen und (anders als viele andere) in allen Bereichen bestanden. Darauf muss getrunken werden!

Gestern hat mein Bruder auf der Firmen-Weihnachtsfeier bei der Tombola den ersten Preis abgeräumt: ein Notebook! Darauf muss getrunken werden!

Ich hatte doppelt so viele Lose gekauft und nix gewonnen. Darauf Deswegen muss hab ich mich gebetrunken werden.

Heute abend geh ich mit der Liebsten zu Eckart von Hirschhausen. Darauf muss (danach) getrunken werden!

Morgen ist Weihnachtsfeier vom Karate-Verein. Darauf muss getrunken werden!

Sonntag ist vierter Advent. Darauf muss getrunken werden!

Montag ist mal nix besonderes. Darauf muss getrunken werden!

Dienstag ist letzter Arbeitstag in diesem Jahr und bei meiner jetzigen Firma. Darauf muss getrunken werden!

Mittwoch hat Jesus Geburtstag und macht drei Tage lang Party. Darauf muss getrunken werden! Drei Tage lang!

Danach ist Wochenende und Urlaub. Darauf muss kann getrunken werden!

Und am einunddreissigsten ist Silvester. Da(rauf) muss getrunken werden!

Ab nächstes Jahr hab ich einen neuen Job. Darauf muss getrunken werden!

...

Prost!

17.12.08

Was gibt's?

Früher... also als ich noch ganz klein war... so in den Achtzigern... da habe ich natürlich wie jedes Kind versucht zu ergründen was ich denn wohl zu Weihnachten geschenkt bekommen würde.

Die Geschenke zu suchen war sinnlos - ich wusste ja wo sie waren. Meine miesen fiesen Eltern haben sie auf dem riesig hohen Schlafzimmerschrank versteckt. Gut sichtbar, nur halt eingepackt und für ein Kind von nem Meter Höhe unerreichbar. Eine Folter der besonderen Art, konnte man doch Größe und Form der Pakte erkennen und wusste doch nicht welches man wohl kriegen würde - und was da drin ist.

Um der Sache auf die Spur zu kommen mussten dann also die Eltern ganz subtil verbal abgeklopft und durch intelligente Gesprächsführung zur Preisgabe des Geheimnisses gebracht werden. Am besten so das sie es gar nicht merken würden. Sowas musste man ganz clever anstellen. "Papa, was krieg ich zu Weihnachten?" Verdammt! Ich war nicht sonderlich clever damals...

Naja, jedenfalls gab es auf neugieriges Nachfragen nach den Geschenken immer die selbe Antwort. Und nicht nur vom Vater, nein auch von der Mutter und selbst von der Oma gab es jedes mal das gleiche zu hören bis man irgendwann nicht mehr wagte zu fragen weil man die blöde Antwort nicht ertragen könne: "Einen Furz auf der Gardinenstange."

Ja, das war viele Jahre lang die Standartantwort auf neugierige Kinderfragen. Ein Furz auf der Gardininstage. Es ist so eine richtig blöde Antwort bei der man schon in frühester Jugend begreift, dass das garantiert nicht stimmt und gleichzeitig auch noch irgendwie ein klein bisschen beleidigend ist - besonders wenn man öfter in die Falle läuft sich das sagen zu lassen. Ich glaube das ist so eine Art Insider, den es vielleicht schon seit einigen Generationen in unserer Familie gibt - jedenfalls hab ich noch nie woanders davon gehört. Oder war Ihnen etwa der Furz auf der Gardinenstange bekannt?

Als ich zu alt wurde um mich weiter mit dieser Antwort demütigen zu lassen (weil ich es einfach vermieden habe zu fragen) und die Geschenke besser versteckt werden mussten (weil ich nun groß genug war um dran zu kommen bzw. eine Leiter zu schleppen), da war mein sechs Jahre jüngerer Bruder so weit das er anfing neugierig seiner Beschenkung nachzuforschen. Auch er hat sich so einige Male den Furz auf der Gardinenstange reinziehen müssen.

Irgendwie bemitleide ich meinen zukünftigen Nachwuchs schon jetzt. Denn ich weiss ganz genau, dass ich den Furz auf der Gardininstange wenn es so weit ist auch an die nächste Generation weitergeben werde.

Die Prophezeiung

"Mein Akku ist gleich alle", meldete sich mein Bruder gestern von seinem Handy aus. Doch dann brach die Verbindung ab.

09.12.08

Weltreise durch die Küche

Wenn Sie letztes Jahr gut aufgepasst haben, werden Sie wissen, dass meine Oma auch dieses Jahr zu Weihnachten wieder einen Kalender bekommt - so einen persönlicheren, Sie wissen schon mit eigenen Bildern. Und damit wir schöne Bilder bekommen und die Oma mal die Welt sieht haben mein Bruder und ich gestern (trotz meines Gesundheitszustandes!) eine Weltreise gemacht. Diese ging zwar nur durch meine Küche, aber durch die Wunder der modernen Technik wird das niemals nie jemals jemand je merken.

Und so sieht das aus...


























Draufklicken macht Bilder größer. Aber das wissen Sie ja.

18.09.08

Falsch geparkt...!

So sah der Wagen von meinem Bruder am Montag aus...




Kackvögel. :-D